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Goodbye 2012.

Der vorletzte Tage des Jahres 2012. Ich sitze auf der Couch und nasche Wasabi-erdnüsse aus dem Asiamarkt und genieße die Sonne, die ins Zimmer fällt. Die Tage vor Silvester stimmen mich immer nachdenklich. Was erwartet mich 2013? Wie schließe ich 2012 ab? Welche besonderen Erlebnisse brachte das vergangene Jahr, was habe ich gelernt?
Am Donnerstag habe ich meine liebste Freundin Linda besucht und wir saßen in einem kuscheligen Café während es draußen regnete und haben unseren Soja Latte Macchiato getrunken und über die letzten zwölf Monate gesprochen. Im Dezember vor einem Jahr haben wir beide einen Brief an uns selbst verfasst und all unsere Wünsche und Hoffnungen für 2012 niedergeschrieben. Die Briefe hatten wir damals ausgetauscht und haben sie uns jetzt zurückgegeben und nach einem Jahr das erste Mal wiedergelesen. Ich hatte nicht viele Wünsche für 2012, dafür umso mehr Ziele und die Hoffnung, dass sich einige Beziehungen, die Ende 2011 ungeklärt waren, ordnen würden.
Ich muss zugeben, dass ich einen Großteil meiner Ziele nicht erreicht habe (da der Zielzustand nicht konkret genug formuliert war, ich nicht am Ball geblieben bin und mir zu viel auf einmal vorgenommen hatte). Ich war aber überrascht, wie sehr sich die Beziehungen zu meinen Mitmenschen innerhalb eines Jahres geändert haben. Manche Freundschaften haben sich verfestigt, andere gingen zu Ende.
Freitag morgen nach den langen Gesprächen mit Linda habe ich meinen Brief für das Jahr 2013 begonnen. Viele Dinge sind im letzten Jahr zu kurz gekommen, Lesen, Theater- und Konzertbesuche, meine Gesundheit, Besuche bei Freunden, die etwas weiter weg wohnen. Da Anfang 2013 hoffentlich endlich unsere vierbeinige Mitbewohnerin bei uns einzieht, werde ich mir meine freie Zeit noch besser einteilen müssen!
Im Rahmen meines Happiness Projects werde ich mich ab Januar erstmal auf meine Gesundheit konzentrieren, und ab dem 01.01. auf Alkohol und Zucker verzichten. Außerdem möchte ich versuchen, fünf Portionen Obst am Tag zu essen, weiterhin drei mal die Woche Sport zu machen und mehr Mineralwasser zu trinken. Hoffentlich bekomme ich so die nötige Energie für die anstehenden Prüfungen ab Februar…

Was sind eure Pläne und Ziele für 2013?

2012-12-26 22.19.00

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Zeitverdichtung

Zeit. Eine Duden-Definition ist die Aufeinanderfolge der Augenblicke. Das Oxford Dictionary beschreibt Zeit als the indefinite continued progress of existence and events in the past, present, and future regarded as a whole. Letztendlich ist Zeit nur eine physikalische Größe, die wir durch die Erdrotation definieren.
Zeit als messbarer Parameter in Einheiten wie Sekunden, Minuten, Stunden, Tage oder Jahre. Zeit ist also immer gleich, vergeht nicht langsamer oder schneller, auch wenn diese Tatsache nicht immer mit unserer Wahrnehmung übereinstimmt.
Bei meinen Recherchen zu Zeitmanagement bin ich aber immer wieder auf einen interessanten Begriff gestoßen: Zeitverdichtung. In der Literatur oftmals synonym mit Multitasking verwendet, hat Zeitverdichtung jedoch eine ganz andere Konotation. Wir haben heute kürzere Arbeitstage als noch vor 60 Jahren (die Einführung der 5-Tage Woche war 1956), sollen aber in weniger Zeit mehr erledigen.
Auch als Studentin versuche ich, annährned auf 40 Stunden Arbeits- und Lernzeit pro Woche zu kommen. Aber ist das sinnvoll? Ich hetze einer Zahl hinterher, die letztendlich keine Aussagen darüber macht, wie effektiv ich tatsächlich gearbeitet habe. Und Woche für Woche stelle ich fest, dass ich trotz allem nicht mit meinem Lern- und Arbeitspensum hinkomme.

Ganz nach meinen THP-Vorsätzen habe ich gestern begonnen, aufzuschreiben, womit ich meine Tage verbringe und wieviel Zeit ich für meine einzelnen Aufgaben aufbringe. Die Billanz des ersten Tages war frustrierend. Obwohl ich gestern bis 22 Uhr durchgehen beschäftigt war, das Haus nicht verlassen und kaum Pausen gemacht habe, habe ich an meinen „wichtigsten“ Aufgaben effektiv nur sechs Stunden gearbeitet. Aber was sagt das schon aus?
Meine Unzufriedenheit mit meiner Arbeitsleistung entsteht nicht dadurch, dass ich zu wenig arbeite, sondern in meiner Arbeitszeit nicht weit genug komme. Vielleicht ist das ein Problem des Studiums: Man erreicht bei der Prüfungsvorbereitung nur selten den Punkt, an dem man sich sagen kann Jetzt weiß ich alles und muss nicht mehr zu dem Thema lernen.
Auch nachdem ich dieses Jahr meine perfektionistischen Ansprüche gekürzt habe und mir meistens vornehme, nur 80% statt 100% zu geben (hier greift die 80-20-Regel: Für die verbleibenden 20% muss ich 80% meiner Arbeitszeit einsetzen), habe ich kein großes Mehr an Zeit.

Mein ursprünglicher Wunsch, durch ein besseres Zeitmanagement Aufgaben schneller zu erledigen, führt also letztendlich nur zu Zeitverdichtung und in letzter Konsequenz vermutlich zu einer Verschlechterung meiner Leistung.
Das Ziel muss es also sein, die Zeit, die mir zu Verfügung steht (etwa 16 Stunden pro Tag) anders zu bewerten.

Simplicity boils down to two things:
1. Identify the essential.
2. Eliminate the rest.

– Leo Babauta

Meine Hauptaufgaben (Prüfungsvorbereitung, HiWi-Job, Bachelorarbeit und Stille Revolution) habe ich bereits festgelegt. Aufgabe zwei, Eliminate the rest, stellt sich als wesentlich schwieriger heraus. Ich kann nicht einfach alle weiteren Stressoren in meinem Leben eliminieren. Da mein Alltag sowieso schon mit kleinen wichtigen Zwischenaufgaben überfüllt ist, wird jede weitere Verabredung, jede Arbeitsgruppe und jede Kleinigkeit im Haushalt, ein weiterer Stressfaktor. Je mehr Arbeit sich anhäuft, desto mehr kürze ich meine Freizeit und bin dann wiederum weniger produktiv und unkonzentriert bei meinen Hauptaufgaben.
Die einzige Tätigkeit, die in keinerlei Verbindung zu meiner to-do-Liste steht, ist Lesen (Romane, nicht Fachartikel). Also wird das meine neue Tagesaufgabe: Lesen, eine Stunde täglich. Abschalten. Der Rest kann warten.


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THP – Monat Dezember

Morgen geht es los, das Happiness Project. Linda und ich haben in den letzten Tagen so viele Emails und Whatsapp-Nachrichten ausgetauscht und obwohl ich über einen Monat Zeit für die Vorbereitungen hatte, sind meine Aufgaben für Dezember trotz allem noch nicht so klar umgrenzt wie ich mir das gewünscht hätte.
Ich habe tausende Ideen, was ich gerne verändern würde, und muss mich ständig selbst bremsen, da ein Zuviel an Vorhaben ein Missglücken sehr wahrscheinlicht macht. Ich habe mir ja schon vor zwei Wochen vorgenommen, wieder täglich Tagebuch zu schreiben – und schon das klappt nur selten. Mein anderes Ziel – drei mal die Woche Sport machen – konnte ich zwar bisher einhalten, erfordert aber auch ein bisschen mehr Organisation und Überwindung als gedacht.
Was also habe ich mir für Dezember vorgenommen?

1. Routinen einführen.
Man sagt, dass man etwas mindestens dreißig mal tun muss, damit es tatsächlich zu einer Gewohnheit und somit zur täglichen oder wöchentlichen Routine wird. Dreißig mal muss ich mich also überwinden, zwingen oder mir schlicht und ergreifend die Zeit nehmen, etwas zu machen, bevor es irgendwann fast automatisch abläuft, da es fest in meinen Alltag integriert ist.
Ich habe mir sechs Dinge vorgenommen, die ich täglich umsetzen möchte und die sich verschiedenen Bereichen zuordnen lassen.
Morgens beim ersten Kaffee möchte ich mir die Zeit nehmen, eine to-do-Liste für den Tag zu schreiben und dabei trainieren, mir möglichst realistische Ziele zu setzen. Statt wie üblich auf irgendwelchen Zetteln rumzukritzeln, habe ich mir dafür extra ein Buch angelegt, damit meine Listen endlich mal geordnet sind und ich den Überblick behalte. Zur Inspiration für den Tag möchte ich jeden Morgen einen Post von Leo Babauta auf Zenhabits lesen – der besten Seite, wenn es um Minimalismus, Organisation und Vereinfachen geht. Vielleicht kann ich ein paar der Anregungen mit in den Tag nehmen und direkt umsetzen. Abends werde ich mir 15 Minuten Zeit nehmen, um aufzuräumen – die kleinen Dinge, die ich sonst über den Tag verteilt in meinen Pausen erledige, wie etwa Spülmaschine einräumen, das Chaos auf dem Schreibtisch ordnen, die Sofakissen ausschütteln usw. Ich erhoffe mir, dass ich morgens bessere Laune habe, wenn ich nicht direkt mit Unordnung konfrontiert bin.
Den Tipp, fünf Dinge täglich auszusortieren, habe ich im Internet gelesen. Ich habe zu viele Besitztümer, die mich belasten und zu viele Dinge, die ich nicht brauche und die im Schrank oder in Umzugskisten verstauben. Allein der Gedanke an eine große Ausräumaktion überfordert mich – aber fünf Dinge täglich auszusortieren, scheint machbar zu sein.
Die letzten beiden Routineaufgaben werde ich vermutlich zeitlich zusammenlegen: Täglich Tagebuch schreiben und einen Satz in Gretchens One Sentence Journal eintragen. Ich habe mir extra eine Erinnerung ins Handy eingespeichert, damit ich mir auch abends tatsächlich die Zeit nehme, um ein paar Gedanken zum Tag aufzuschreiben. Nur so kann ich auch meine Stimmung und meine Fortschritte festhalten und rückblickend bewerten.

2. Meine Arbeitszeit aufschreiben.
Wenn mein Freund mich abends fragt, was ich den Tag über so gemacht habe, habe ich immer eine ganze Liste an Dingen zu erzählen – und zugleich werde ich nie das Gefühl los, dass ich an meinen momentan wichtigsten Aufgaben (HiWi-Job, Bachelorarbeit, Prüfungsvorbereitung) nicht wirklich gearbeitet habe.
Da ich in diesem Semester kaum Uni habe, bin ich weitgehend zuhause und mein Arbeitsplatz ist grob gesagt unser Wohnzimmer. Ich genieße es sehr, dass ich das Glück habe, dass ich mit meiner Arbeitszeit so flexibel bin, aber es bringt auch einige Nachteile mit sich. Um besser einschätzen zu können, wie lange ich tatsächlich an einzelnen Aufgaben sitze und wieviel Zeit ich für meine drei Hauptarbeiten investiere, werde ich in den kommenden Wochen notieren, wann ich was mache – und hoffe, dass das Ergebnis aufschlussreich ist und mein Gewissen beruhigt.

3. Drei mal die Woche 30 Min Workout.
Dazu hatte ich ja nun schon einiges geschrieben und mein netter Arzt hat mich gestern noch mal daran erinnert, dass es wirklich wichtig wäre, dass ich mit Sport beginne. Allerdings muss ich wohl mindestens drei Monate lang mein Sportprogramm durchziehen, bis es zu einer festen Routine in meinem Alltag wird.

4. Eins meiner Projekte aufgeben.
Als ich Gretchens Task Abandon a project gelesen habe, hat mir zunächst nicht eingeleuchtet, was sie damit erreichen möchte und wie das zu ihrem Glück beitragen kann. Ich war auch ein wenig enttäuscht, dass sie letztendlich nur ein Bastelprojekt aufgegeben hat, aber was soll’s.
Nachdem ich hier ja auch schon festgestellt habe, dass ich zu viele Interessen, Vorhaben, Hobbys und Verpflichtungen habe, ist es für mich an der Zeit, eine meiner Aufgaben abzugeben. Auch wenn ich schon weiß, was ich aufgeben werde, kostet es mich einige Überwindung, die dafür nötige Email zu schreiben…

5. Mein Emailfach neu ordnen.
Leo Babauta schreibt in The Power of Less, dass eins seiner „Markenzeichen“ ist, dass sein Postfach immer leer ist. Täglich sortiert er einmal seine Emails aus, beantwortet sie direkt oder archiviert sie. Klingt gut, dachte ich. Nur dass ich 5453 Emails (29.11.2012) in meinem Posteingang hatte. Ich habe mir dann gestern ein bisschen Zeit genommen, neue Archivordner anzulegen und habe erstmal alle Emails aus dem Posteingang in einen einzigen Ordner verschoben. Nun ist es meine Aufgabe, diese Emails nach und nach durchzugehen und zu sortieren. Mein leerer Posteingang wirkt aber tatsächlich beruhigend und ich habe einen viel besseren Überblick, welche Emails noch bearbeitet oder beantwortet werden müssen.

6. Methoden gegen Prokrastination sammeln.
Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die eine Woche vor der Prüfung bemerken, dass es doch recht viel Stoff zu lernen ist oder die das Abgabedatum ihrer Hausarbeit drei mal verschieben. Meine wichtigen Aufgaben bearbeite ich immer sehr gewissenhaft, ich vergesse selten Termine und besitze (leider?) nicht die Fähigkeit, unangenehme Dinge komplett auszublenden. Manchmal lähmt mich mein Perfektionismus und gerade deshalb lege ich meine Zeitpläne immer etwas zu optimistisch fest. Und doch habe ich bisher immer alle Abgabedaten eingehalten und konnte den Lernstoff bis zum Prüfungstermin.
Trotzdem: Ich verspüre das Bedürfnis, meine Arbeitsabläufe zu optimieren. Ich schaue nicht 50 mal am Tag auf Facebook, aber selbst fünf mal sind vielleicht zu viel. Ich beantworte nicht jede Sms innerhalb von 10 Minuten, aber mein Handy liegt trotzdem immer neben mir. Statt Multitasking zu betreiben, möchte ich mein Leben vereinfachen, mich auf eine Sache zu einer Zeit beschränken, um mit 100%iger Konzentration und Arbeitsleistung dabei zu sein. Ja, es würde mich glücklicher und zufriedener machen, wenn ich meine Nagging Tasks schneller erledigen könnte, um dann ohne schlechtes Gewissen eine halbe Stunde lang Sms zu beantworten und auf Facebook zu surfen!

7. Begleitende Literatur.
Hach, was wäre mein Happiness-Project ohne Fachliteratur. Heute wollte ich nur ganz kurz zwei vorbestellte Bücher aus der Bib abholen – und habe dann doch noch zwei weitere Bücher zu Zeitmanagement und eins zu Positive Psychology mitgenommen. Wahrscheinlich sind 80% der Tipps in diesen Selbsthilfebüchern nur niedergeschriebener Menschenverstand. Aber vielleicht sind die 20% der Tipps, die ich noch nicht kenne, ja unglaublich innovativ und bringen mich weiter?
Vorsichtshalber habe ich schon mal Speedreading gegoogelt, da mir im Monat Dezember wahrscheinlich nicht die Zeit bleibt, jedes Buch von vorne bis hinten durchzulesen.

Und zum Schluss?
Linda bloggt jetzt übrigens auch über das Happiness Project.
Ich freue mich auf den ersten Monat. Und darauf, morgen endlich das erste Päckchen unseres Adventskalenders aufzumachen!

We are what we repeatedly do. Excellence, then, is not an act, but a habit.
~Aristotle


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The Happiness Project und die Suche nach der Zeit

Nur noch wenige Tage bis Dezember, nur noch wenige Tage bis Linda und ich unser Happiness-Projekt beginnen. Seit einem Monat beschäftige ich mich nun mit Glücksforschung. Ich habe beide Bücher (The Happiness Project und Happiness at Home) von Gretchen Rubin gelesen, ich habe erste Anregungen umgesetzt und für gut befunden und recherchiert und Ideen gesammelt. In zahlreichen Word-Dokumenten habe ich meine ersten Gedanken zu meinem persönlichen Glück niedergeschrieben und mich der Frage gestellt, was ich gerne in meinem Leben ändern möchte, damit ich noch glücklicher werde. Und hier trat auch das erste Problem auf: Was ich gerne in meinem Leben ändern möchte? Mehr Zeit für das Wesentliche finden. Warum ich das nicht längst getan habe? Ich habe keine Zeit, um mir Gedanken darüber zu machen, wie ich mir mehr Zeit nehmen kann.
Seit Längerem laufe ich da im Kreis. Mein Leben scheint zu voll und gleichzeitig fehlt es an vielem. Ich kann mich für tausende Dinge begeistern, aber habe Probleme, Prioritäten zu setzen. Als ich heute kurz an der Uni war, bin ich an einem Amnesty-Infostand gegen die Todesstrafe vorbeigekommen. Viele meiner Freundinnen sind in der Amnesty-Hochschulgruppe. Ich mag Amnesty. Ich befürworte ehrenamtliches Engagement. Und natürlich dachte ich mir gleich „hey, das solltest du unbedingt auch machen!„. Dummerweise habe ich keine Zeit für zusätzliche wöchentliche Termine. Ich bin gerade dabei, den ersten VEBU-Stammtisch in unserer Stadt vorzubereiten, der übermorgen – bei uns im Wohnzimmer – stattfindet. Ich bearbeite mehrere Email-Anfragen pro Tag. Ich muss morgen drei Kuchen backen. In die VEBU-Sache bin ich auch so reingerutscht, weil ich in irgendeinem Moment mal dachte, dass es total toll wäre, VEBU-Ansprechtpartner für meine Stadt zu werden. Dass daran einige andere Aufgaben wie Stammtisch organisieren, regelmäßige Rundmails und die Pflege einer zusätzlichen Homepage gehören, hatte ich im ersten Moment nicht bedacht. Das alles wäre zeitlich auch gut zu managen – wenn es denn das einzige wäre. Allerdings sage ich relativ oft „oh, das klingt spannend, das mache ich (auch noch)!„.
Wie also lerne ich ein besseres Zeitmanagement? Nachdem ich längere Zeit im Internet nach spannenden Büchern zum Thema gesucht hatte, fiel mir auf, dass eine solch zeitintensive Literaturrecherche wahrscheinlich meinem dahinterliegenden Ziel, Zeit einzusparen, nicht gerade zuträglich ist. Also habe ich beschlossen, im kommenden Monat nur auf wenige Quellen zu Zeitmanagement zurückzugreifen. Ich habe mir eine Sonderausgabe von Spiegelwissen mit dem Titel Mehr Zeit bestellt. Und ich habe mein heißgeliebtes The Power of Less von Leo Babauta aus dem Bücherregal gezogen und auf meinem Nachttisch platziert. Auch wenn ich gerne die GESAMTLITERATUR über Zeitmanagement, die momentan auf dem Markt ist, lesen würde, konzentriere ich mich auch hier auf das Wesentliche.
Im Headermenü habe ich eine neue Seite mit dem Titel THP (The Happiness Project) angelegt und meine ersten Ziele für Dezember festgelegt. Erst wenn ich die Art des Haushaltens mit meiner Zeit gelernt habe, kann ich 2013 mit meinen wirklichen Glücksaufgaben beginnen.

Übrigens: Glück ist, kein lästiges Blutdruckmessgerät am Arm zu haben.



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The Happiness Project

Wie schon ein paar mal angekündigt, stelle ich euch nun heute endlich mein neues Projekt vor.
In der Zeit während und nach dem Umzug habe ich das Buch The Happiness Project und später auch Happier at Home von Gretchen Rubin gelesen. Das Buch hatte ich irgendwann im September gekauft – zu einem Zeitpunkt, an dem ich ein bisschen Lebensfreude gut brauchen konnte. Die gleichen Umstände, die mich damals, vor zwei Monaten, unglücklich und unzufrieden gemacht haben – Prüfungsvorbereitung, gesundheitliche Probleme, Umzugsstress – haben mich dann aber auch daran gehindert, das Buch schon früher zu lesen.
Als ich in der neuen Wohnung meine Bücher aus den Umzugskisten nahm, fiel es mir wieder in die Hände. Direkt im ersten Absatz fand ich mich wieder:

I’d always vaguely expected to outgrow my limitations.
One day, I’d stop twisting my hair, and wearing running shoes all the time, and eating exactly the same food everyday. I’d remember my friends‘ birthdays, I’d learn Photoshop, I wouldn’t let my daughter watch TV during breakfast. I’d read Shakespeare. I’d spend more time laughing and having fun, I’d be more polite, I’d visit museums more often, I wouldn’t be scared to drive. (p. 1)

Ich habe auch so eine Irgendwann-Liste in meinem Kopf. Irgendwann schaffe ich es, keine Termine mehr zu versäumen, weil ich meinen Kalender ordentlich führe. Irgendwann stehe ich jeden morgen um 5 Uhr auf, damit ich mehr vom Tag habe. Irgendwann werden meine Nägel immer perfekt lackiert sein und ich werde alle drei Monate meine Spitzen schneiden lassen. Irgendwann mache ich fünf mal die Woche Sport. Irgendwann denke ich an alle Geburtstage und verschenke nur Selbstgemachtes. Irgendwann sehe ich mir all die abgespeicherten Photoshoptutorials auf Youtube an. Irgendwann frische ich meine Französisch-, Spanisch-, Italienisch- und Schwedischkenntnisse wieder auf. Irgendwann lese ich all die Bücher, die sich neben meinem Bett stapeln. Irgendwann schreibe ich meinen ersten Roman.

Das wiederum erinnert mich an ein Zitat, das lange mein Motto war: Someday is not a day of the week.

Gretchen Rubin regt in ihrem Buch immer wieder an, ein eigenes Happiness Projekt zu beginnen, da jeden Menschen andere Dinge glücklich machen. Während viele meiner Freunde sich auf einer Party am wohlsten fühlen, bin ich mit einem guten Buch im Bett absolut zufrieden zu stellen. Auch wenn Freude zu den sieben Basisemotionen zählt, so sind es ganz unterschiedliche Dinge, die Menschen erfreuen. Nur war es gar nicht so einfach, eine Liste meiner täglichen Freuden zu erstellen wie ich gedacht hatte. Und dabei bin ich an einem guten Punkt in meinem Leben. In absehbarer Zeit werde ich mit meinem Bachelor fertig sein, ich bin als HiWi angestellt und habe das große Glück, von zuhause arbeiten und mir meine Zeit frei einteilen zu können, ich bin erst kürzlich mit meinem Freund in eine wunderschöne große Wohnung gezogen und wir bereiten uns langsam auf die verantwortungsvolle Aufgabe vor, im Februar einen Welpen bei uns aufzunehmen. Ich habe gleich drei beste Freundinnen, denen ich all meine Sorgen anvertrauen kann. Mein Leben ist momentan frei von größeren Konflikten oder Belastungen. Dank meiner Entscheidung, mich vegan zu ernähren, stehe ich heute für meine ethischen Ansichten ein.
Ich war aber nicht zu jedem Zeitpunkt in meinem Leben so glücklich und werde es wahrscheinlich auch in Zukunft nicht immer sein. Warum also nicht ein eigenes Happiness Projekt, um mir selbst noch einmal zu verdeutlichen, wie viel wir zu unserem eigenen täglichen Glück beitragen können.

Einige Anregungen habe ich in den letzten beiden Wochen schon ausprobiert. Ich habe mich gezwungen, mehr zu lächeln (was an manchen Tagen viel schwerer ist als an anderen) und war wirklich besserer Stimmung. Ich habe versucht, in allem das Positive oder zumindest eine Herausforderung zu sehen. Und nicht zuletzt habe ich schon einmal damit begonnen, meine Fortschritte zu dokumentieren. Einerseits in meinem One Sentence Journal, in dem ich meinen Tag in einem Satz zusammenfasse. Andererseits in meinem normalen Tagebuch, das ich eingestaubt aus einer Umzugskiste hervorgezogen habe.

Glücklicherweise werde ich dieses Projekt nicht alleine angehen, sondern werde von meiner liebsten Freundin Linda begleitet. Beginnen werden wir mit unserem Vorhaben ab Dezember in einem Probemonat, in dem ich mich vor allem den Fragen Zeitmanagement und Prioritätensetzen widmen werde und außerdem ein paar grundlegende Routinen einführen muss, damit ich meine Erfolge oder Misserfolge festhalten und evaluieren kann. Natürlich muss nicht alles gelingen. Festzustellen, was mich nicht glücklich bzw. sogar unglücklich macht, kann auch ein Schritt in Richtung mehr Erkenntnis sein!
Meine wichtigsten Einsichten werde ich hier mit euch teilen.

Falls ihr unsicher seid, ob das Happiness Project auch etwas für euch sein könnte, informiert euch doch erstmal auf Gretchen Rubins Blog, auf dem man auch ein Probekapitel lesen kann.