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Irland: Das Land, in dem das Gras grüner ist, es jeden Tag sieben mal aufhört zu regnen und Vegansein Spaß macht!

Seit Sonntag Nacht bin ich zurück aus Irland und heute folgt der Reisebericht, oder vor allem der Bericht über den Versuch, mich in Irland komplett vegan zu ernähren. Diesmal gibt es ganz viele Bilder, allerdings noch in relativ schlechter Qualität. Seit dem Wochenende habe ich aber mein Blackberry Bold gegen ein Iphone ausgetauscht und bin froh, ab jetzt ein Handy ohne Lederbesatz zu haben! Und zukünftig kann ich euch dann auch mit Instagrambildern quälen, ob es euch gefällt oder nicht!

Bevor ich zum schönen Teil meines Berichtes komme, möchte ich euch von meinem ersten veganen Unfall berichten. Als wir am zweiten Tag unserer Reise abends in Galway ankamen, sind mein Freund und ich noch durch die Stadt gebummelt, waren am Strand und haben dann beschlossen, etwas essen zu gehen. Wir sind dann bei Fat Freddy gelandet (wer nennt sein Restaurant eigentlich so?!) und es gab außer Salat nicht wirklich etwas veganes auf der Karte. Dafür gab es eine vegetarische Pizza, bei der ganz genau aufgeführt war, mit welchen Gemüsesorten sie belegt und dass eben Schafskäse dabei ist. Also habe ich den Kellner gebeten, den Schafskäse wegzulassen. Naiv wie ich war, hatte ich nicht damit gerechnet, dass trotz allem eine dicke Schicht aus Mozarella auf der Pizza sein würde und ich war einigermaßen entgeistert, als ich meinen Teller gereicht bekam. Was nun?
Ich habe mich in dieser Siuation entschieden, die Pizza trotz Käse zu essen, da es 1. mein Fehler war, dass ich nicht genauer nachgefragt habe, ob noch anderer Käse auf der Pizza ist und 2. ich nicht wollte, dass meine ungewollte Pizza weggeschmiessen wird, wenn ich eine neue bestellt hätte.
Also habe ich mich durch die Pizza gekämpft. Ich hätte gedacht, dass ich wie ein Junkie über den Käse herfallen würde. Stattdessen habe ich festgestellt, dass mir die Pizza ohne Mozarella wesentlich besser geschmeckt hätte (und dass nicht nur, weil ich dann mit einem besseren Gewissen hätte essen können). Nach der Pizza war mir schlecht und ich habe mich körperlich unwohl gefühlt.
So sehr mich dieses Erlebnis beschämt, es war eine wichtige Lektion für mich. Drei Dinge habe ich gelernt:
1. Ich frage nun immer genau nach, welche Zutaten in einem Gericht sind, auch wenn es auf der Karte so scheint als wäre es vegan. Ich erkläre einem Kellner genau, welche Dinge ich nicht esse.
2. Wenn ich doch mal wieder etwas bekommen sollte, dass nicht vegan ist, werde ich es ablehnen.
3. Man kann sich wirklich von Käse entwöhnen. Nach drei Monaten wieder ein Milchprodukt zu essen, hat mir gezeigt, dass mein Körper Milchprodukte nicht verträgt oder braucht.
Schade, dass ich diesen Ausrutscher gebraucht habe, um das zu erkennen.

So, hier gibt’s die Gallerie mit meinen leckeren veganen Entdeckungen. Nochmals Entschuldigung, dass einige der Bilder so unscharf sind. Das bessert sich ab jetzt hoffentlich!

Bild Nr. 1: Nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück im Hotel (das Buffet war eher spärlich, vor allem für Veganer) waren wir am ersten Sonntag direkt in der Stadt, da die Läden in Irland ja auch Sonntag geöffnet haben. Ziel war der Eason, eine Buchladenkette. Ich glaube, ich habe meinen Freund in so ziemlich jeden Buchladen geschleppt, an dem wir vorbeigekommen sind, weil ich unbedingt schauen wollte, was es so an englischen Kochbüchern gibt, vor allem natürlich an vegan-vegetarischen Kochbüchern. Die Antwort ist: Die Bücher in Irland sind teurer, vor allem verglichen mit Amazonpreisen und die Auswahl ist auch eher enttäuschend.
Auf dem Weg zum Eason sind wir an diesem wunderbaren Stand vorbeigekommen und ich war rundum glücklich und hab mich erstmal mit Flyern ausgestattet, alle möglichen Petitionen gegen Massentierhaltung unterschrieben und mich auf die Newsletterliste setzen lassen. Und es war so schön auf die Frage „Lebst Du vegetarisch?“ antworten zu können „Nein, ich lebe vegan.“ (trotz Ausrutscher am Vortag)! Noch am selben Abend habe ich eine persönliche Email von einem der Aktivisten erhalten, dass sie sich gefreut haben, mich kennen zu lernen und hoffen, dass ich die vegane Lebensweise weiter verbreite.

Bild Nr. 2-4: Wie in meinem Vegan in Galway-Post angekündigt, habe ich ein paar der Restaurants aufgesucht, die ich vorher im Internet ausfindig gemacht hatte. Das Food For Thought haben wir zufällig entdeckt, als ich das Amnesty-Café gesucht habe, in dem ich vor sechs Jahren mal war. Im Food For Thought haben wir gefrühstückt und waren beide begeistert. Über der Theke hängt eine große Tafel und bei jedem Gericht ist angegeben, ob es vegetarisch, vegan, glutenfrei oder eine der healthy options ist. Für mich gab es Porridge, der superlecker war – und leider auch so sättigend, dass ich die Portion nicht geschafft habe. Mein Freund hat sich etwas vegetarisches bestellt, das abgesehen von Buttertoast aber auch vegan war. Für Leute, die gerne mit Gemüse, Bohnen und Kartoffeln in den Tag starten, genau richtig (:
Wie in verschiedenen Foren schon erwähnt war, gab es kostenlose Kaffee-Refills. Für den Porridge plus Kaffee habe ich nur 4,70 Euro gezahlt. Das Personal war superfreundlich, ich wurde gefragt, ob die frische Beeren zu meinem Porridge haben möchte und eine Kellnerin kam zwischendurch zu uns an den Tisch, um nachzufragen, ob wir noch etwas brauchen oder soweit zufrieden sind. Free WiFi gabs natürlich auch.

Bild Nr. 5: Der gute alte Evergreen, eine Health-Store Ladenkette in Irland. Hier habe ich mich gleich mal mit veganen Snacks ausgerüstet, es gab sogar Mini Moos von Moo-free, die ich bisher sonst nirgends entdeckt habe. Mein Freund und ich haben uns auch Käse von Vegusto mitgenommen – mein bisher erster Versuch mit veganem Käse! – dazu gibt es aber irgendwann anders noch einen Post!

Bild Nr. 6-8: Vom La Salsa hatte ich ebenfalls schon vor der Reise gelesen. Es war auch eins der Restaurants, die wir eher zufällig entdeckt haben, denn es liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Mein erster veganer Burrito war köstlich, aber die Portion war mal wieder viel zu groß für mich. Die Füllung hat mich ziemlich überrascht: Im Burrito waren Kidneybohnen, schwarze Bohnen und Kichererbsen, allesamt in einer würzigen Soße. Außerdem Tofustückchen, frischer Salat, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, gebratene Pilze und Guacoamole sowie extra Avocadostückchen. Die bunte Mischung an verschiedenen Proteinquellen hat mich erst etwas verwirrt, war aber sehr sehr lecker!

Bild Nr. 9-11: An manchen Tagen hatten wir einfach keine Lust bei Regenschauer bis in die Innenstadt von Galway zu laufen und sind stattdessen zu Tesco oder Marks & Spencer gegangen und haben uns dort im Kühlregal bedient. In Irland haben sie eine größere Auswahl an Snacks, frischen Salaten, fertigem Sushi (es gibt auch rein vegetarisches, das sogar vegan ist) oder Sandwiches. Die Couscous-Salate mit mediterranem Gemüse haben mich besonders angelacht und waren auch richtig lecker. Schön ist auch, das bei allen abgepackten Lebensmitteln zumindest „geeignet für Vegetarier“ dabei steht und alle Inhaltsstoffe angegeben sind, so dass sich schnell herausfinden lässt, was davon auch vegan ist.

Bild Nr. 12: Das Paprikaherz habe ich in meinem gemischten Salat entdeckt (:

Bild Nr. 13 und 14: In unserem Hotel gab es zwei Restaurants, die Speisekarten lagen auch in unserem Zimmer aus. Eigentlich war ganz schön, dass die vegetarischen und veganen Gerichte gekennzeichnet waren, allerdings: Auf der Karte war auch ein Gericht mit einem besonderen Käse als vegan beschrieben. Die Käsesorte war mir unbekannt und Google verriet nichts darüber, also habe ich im Restaurant genauer nachgefragt. Die Kellnerin war so lieb und ist extra zum Koch gegangen, um nachzuhaken und kam mit der Antwort zurück, dass es sich mit 90%iger Sicherheit um veganen Käse handelt. Nach der Pizzaerfahrung habe ich mich dann für ein anderes Gericht entschieden. Am einen Abend gab es die gerösteten Pilze mit dreierlei Kruste, am anderen Abend ein Curry, bei dem leider etwas viel Korriander dran war, das ansonsten aber gut schmeckte!

Bild 15 und 16: Jetzt sind wir im kulinarischen Dublin angekommen. Zunächst gab es dort zwei Enttäuschungen: Ich wollte ja unbedingt die veganen Backkünste von Natasha ausprobieren – also sind mein Freund und ich Samstags etwas früher aufgestanden, um auf den Farmer’s Market zu gehen, aber: Kein Stand von Natasha weit und breit. Schade!
Außerdem hatte ich durch weitere Recherchen noch das Wilde Hibiscus in Dublin entdeckt. Laut den Angaben bei Facebook befindet sich dieses kleine Café in der Nähe des Guinness Stores… Wir sind die Straße mehrfach abgelaufen, haben es aber nicht gefunden.
Dafür waren wir dann aber gleich zweimal bei Cornucopia! Einmal hätte einfach nie gereicht (: Ich könnte dort täglich essen! Wie in so vielen Restaurants in Irland bekommt man sein Essen nicht an den Tisch gebracht, sondern stellt sich an der Theke an. An großen Tafeln sind die Tagesgerichte angeschrieben, das Prinzip ist ziemlich einfach, nur die Wahl des Essens fällt unheimlich schwer: Man wählt eins der Hauptgerichte (auch hier: an der Tafeln sind die veganen Gerichte gekennzeichnet, es gab an beiden Tagen mindestens drei verschiedene) und dazu wählt man zwei von zehn Salaten. Die Salate waren fast alle vegan und ich wäre am liebsten durch den Laden gehüpft, als ich das vegane Coleslaw entdeckt habe! Insgesamt zahlt man dann 12,50-13 Euro. Der Teller ist aber so vollgeladen, dass mein Freund und ich an beiden Tagen mit den Portionen gekämpft haben. Den veganen Kartoffelsalat mit Haselnüssen musste ich gleich zwei mal essen, weil er so lecker war!
Neben den normalen Hauptgerichten gibt es auch Suppen (täglich werden etwa sechs verschiedene Suppen angeboten, mindestens zwei davon sind raw), ein Kuchenbuffet mit veganen Kuchen, Scones und herzhaften Snacks und Sonntags gibt es Brunch.

Bild Nr. 17: Nach einer Shoppingtour durchs Dundrum Towncenter sind wir bei Wagamama gelandet, einem asiatischen Nudelrestaurant. Nicht ganz billig, aber sehr sehr lecker. Leider gab es nur dieses einzige vegane Gericht auf der sonst sehr umfangreichen Karte.

Bild Nr. 18: Bei Avoca war ich natürlich auch, schließlich ist das mein Ziel Nummer eins in Dublin! Die Salatbar sah wie immer köstlich aus – man kann entweder direkt dort essen oder sich etwas mitnehmen. Leider sind vegane Salate nicht extra gekennzeichnet (dafür ist das komplette Buffet vegetarisch).


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Vegan in Dublin & Galway – Teil II

Hier Teil II meiner Irland-Urlaubsplanung.
Zunächst mal informiert mich Google und zahlreiche Foren darüber, dass es kein rein veganes oder vegetarisches Restaurant in Galway gibt. Wie bitte? Enttäuschend! Das wiederum macht es umso wichtiger, dass ich vorausplane, so dass ich zumindest einen Überblick habe, in welchen Restaurants es die Möglichkeit gibt, zumindest das ein oder andere vegane Gericht zu bestellen.
Hier also mein Überblick für Galway:

Food for Thought. Wenn man sich auf diese Seite hier verlassen kann, dann stehen auf dem Menü auch mehrere vegane Alternativen, wie zum Beispiel vegane Shepherds Pie (yeay!) oder auch Lasagne. Mein Freund findet auf der Karte sicherlich auch etwas leckeres zu essen und das Beste: Es gibt kostenlose refills, wenn man sich einen Kaffee bestellt.

Das Vina Maria ist kein veganes oder vegetarisches Restaurant, auf der Homepage steht jedoch: All available Vegan Friendly. Ask your Server for other Alternatives. Das klingt doch schon mal sehr gut! Außerdem sind auch einige mögliche vegane Gerichte aufgezählt, so zum Beispiel Spicey Bean and Vegetable Casserole oder Roast Baby Potato Rocket Salad – was auch immer sich dahinter verbirgt. Ein weiterer Pluspunkt: Es gibt Frozen Cocktails… der cool Mojito klingt einfach zu verführerisch!

La Salsa. Okay, ich gebe es zu: Ich habe noch nie in meinem Leben einen Burrito gegessen. Mit Burritos bin ich bisher auch einfach nicht in Kontakt gekommen, bis Lena von A Very Vegan Life ihren Burritocontest gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt dachte ich dann, dass es Zeit wird, mal selbst Burritos zu machen. Der Plan wurde aber bisher nicht in die Tat umgesetzt und dann stieß ich vorhin beim Recherchieren in mehreren Foren auf das La Salsa, wo es angeblich den besten veganen Burrito überhaupt gibt. Klingt ziemlich gut. Muss ich unbedingt testen und wer weiß – vielleicht werden Burritos ja auch mein neues Lieblingsgericht…

Kai’s Café. Ich habe keine Ahnung, wo das Café von Kai ist, denn so gut kenne ich mich in Galway nicht aus. Was ich aber sicher weiß: Ich muss dort hin! Das kleine Restaurant sieht auf den Bildern supergemütlich aus und die Bilder von den verschiedenen Gerichten auf der Facebookseite haben mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Und ganz ehrlich? Klingt Curley kale, fennel, leek + five mile town Quiche w/ tomate chutney, gardeners salad + Paolo’s brown bread oder Knocklara & summer truffle stuffed courgette flowers + puy lentil nicht einfach superlecker?

Außerdem finde ich das Vegan Galway-Logo ganz schön:


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Vegan Essen in Kanada – meine Erfahrungen

Wenn man in Kanada Kaffee will, geht man zu Tim Hortons. Tim Horton war ein Hockeyspieler, der, nachdem seine Karriere zu Ende war, einen Coffeeshop gründete. Am ersten Tag klärte uns unser Reiseleiter auf, wie man in Kanada – bei Tim Hortons natürlich – seinen Kaffee trinkt: Double-Double. Zwei Stück Zucker, zwei mal Sahne. Davon am Besten drei täglich. Von da an war double-double der Running Gag. Double-double ist nämlich auch eine schöne Bezeichnung für all die übergewichtigen Menschen, die man in den Städten Kanadas sieht. Die genauen Zahlen kenne ich nicht, aber mit all den Fast Food Ketten (Tim Hortons, Starbuck’s, Wendy’s, Burger King, McDonalds, Mr. Sub, Subway, Pizza Hut, Pizza Pizza, Cora, Kentucky Fried Chicken usw.) folgt Kanada wohl dem Vorbild seines Nachbarlandes den USA.

Ich hingegen hatte große Bedenken, ob ich in Kanada überhaupt etwas zu Essen finde. Vorsichtshalber hatte ich einen großen Vorat an Mr. Toms mitgenommen. Und tatsächlich hat sich Kanada nicht als kulinarisch vielfältiges und offenes Land erwiesen. Das Abendessen war bei unserer Rundreise meist inklusive, fast jeden Abend gab es ein Menü mit drei Hauptspeisen, zwischen denen man wählen konnte. Aus Deutschland bin ich gewohnt, dass mindestens eines davon vegetarisch ist, nicht so jedoch in Kanada. Es gab Fleisch, Fleisch oder Fleisch und an „guten“ Tagen Fleisch, Fleisch oder Fisch. Zum Glück war unser Reiseleiter so freundlich und hat immer im Voraus in den jeweiligen Restaurants angerufen, um zu erfragen, ob es für mich eine vegane Alternative gibt. Dankbar war ich auch, dass der Mann mit dem Begriff „vegan“ überhaupt vertraut war und von selbst daran gedacht hat, die Restaurantbesitzer darauf hinzuweisen, dass beispielsweise auch die Nudeln eifrei sein sollten. Große kulinarische Ergüsse und Gaumenfreuden habe ich also nicht erwartet, wurde aber zumindest das eine oder andere Mal positiv überrascht. Während mir an einem Abend zum Beispiel nur ein Teller mit gemischtem Salat hingestellt wurde – ohne Dressing, nicht mal Essig und Öl, habe ich an anderen Abenden ein vollständiges Menü mit frischem Salat, einer Gemüsevariation und Obstsalat als Nachspeise bekommen. Meistens lief es bei den Köchen aber auf das selbe hinaus: Pasta mit Gemüse an Öl. Was solls.
Beim Frühstück war ich schon glücklicher, meist gab es viel frisches Obst, an guten Tagen sogar normales Müsli und nicht nur Cornflakes. Während sich die anderen mit Pancakes und Ahornsirup, French Toast, Bacon, Scrambled Eggs, Muffins und Kuchen die Bäuche vollgeschlagen haben, war ich schon über alle Maße zufrieden, wenn ich frische Ananas, Melone und Erdbeeren bekommen habe. Ich versuche ja, mich als Veganerin nicht prinzipiell überlegen zu fühlen, aber ich war voller Freude, als ich gemerkt habe, dass es mir an nichts fehlt. Bevor ich vegan wurde, konnte ich mir nicht vorstellen, dass mich ein großes Frühstücksbüffett oder der Geruch von frischgebackenen Muffins nicht in Versuchung führen könnte und zu dem ein oder anderen Rückfall führen würde. Dass ich nach zwei Monaten Veganseins überhaupt kein Verlangen mehr nach zuckerhaltigen Kohlehydraten, nach Käse oder Gebäck haben würde, hätte ich nie geglaubt – und gerade das war eine weitere Bestätigung, wie abhängig unsere herkömmlichen Nahrungsmittel uns machen und dass ich auf dem absolut richtigen Weg bin.

Seit ich aus Kanada zurück bin, erfreue ich mich an meinen Haferflocken mit Sojamilch, an frischen selbstangemachten Salatkreationen und Gemüse der Saison. Dass es in Kanada aber auch jede Menge leckeres Gemüse auf den Märkten gibt, zeige ich euch im morgigen Post!


 


Gemüse in einem Teig(?)körbchen am Lac Toureau.


Tagliatelle mit Rucola und Tomaten in Weißweinsoße in Québec.


Ciabattabrötchen mit gegrilltem Gemüse und Humus in Montréal.


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Vegan in Dublin & Galway – Teil I

Ja, ich weiß – einige versprochene Posts von mir stehen noch aus (unter anderem das Rezept für die vegane Lasagne und ein längerer Artikel über Kanada). Die Lasagne muss aber erst noch mal gekocht und das Rezept verfeinert werden (am Mittwoch wahrscheinlich), und die Kanadabilder sind nach wie vor auf der Kamara meiner Mutter – sie hat die meisten Fotos gemacht, da mein Handy nicht die tollsten Bilder schießt.

In der Zwischenzeit gibt es dafür erstmal einen anderen Artikel.
Kommenden Freitag fliege ich mit dem Liebsten nach Irland, dem Land meiner Träume. Vier mal war ich schon dort, habe Dublin bei jedem Aufenthalt aufs neue erkundet und erobert und fühle mich mittlerweile fast einheimisch. Den Süden Irlands sowie die Westküste habe ich auch schon bereist und lieben gelernt. Diesmal wird es aber eine entspanntere Reise mit nur zwei Stops. Freitag fliegen wir direkt nach Dublin, Samstag geht es mit dem Bus Éireann nach Galway, wo wir die ersten fünf Tage verbringen. Und Mitte kommender Woche geht es zurück nach Dublin, um noch mal die Hauptstadt hautnah zu erleben, all meine Lieblingsantiquariate aufzusuchen, ausgiebig im Drundrum Towncenter zu shoppen, abends in einem Pub in Temple Bar den anderen Gästen beim Guinesstrinken zuzuschauen (kein Reinheitsgebot von Bier in Irland, daher kein Guiness für mich!) und natürlich all die veganen Restaurants und Cafés aufzusuchen, die Dublin zu bieten hat.
Natürlich habe ich bereits im Voraus recherchiert und schon Inspirationen gesammelt, wo ich gerne hinmöchte. Heute gibt es Teil eins zu Dublin, morgen folgt Teil zwei zu Galway.

Dublin:

Das Cornucopia scheint ein absolutes MUSS zu sein, denn die Website ist fantastisch! Wer sich in Dublin auskennt: Die Wicklow Street ist super zentral gelegen, sozusagen in einem Dreieck zwischen Grafton Street (der Einkaufsmeile!) und dem Touristenbüro in der alten Kirche. Das Cornucopia gibt es schon seit 1986, scheint also so richtig etabliert in Dublin zu sein – trotzdem war ich noch nie zuvor dort (bin ich eigentlich immer daran vorbeigelaufen?).
Die Website verspricht vegetarische Vollkornkost, auf der Online Speisekarte ist genau angegeben, welche Rezepte vegan sind. Auf den ersten Blick sprechen mich besonders die Garlic potatoes with roast hazelnuts in vegan mayonnaise an, aber es gibt auch vegane Kokosnuss-Vanille-Torte mit Seidentofu. Yam!

Natasha’s Food passt zwar weder in die Kategorie Restaurant oder Café, muss hier aber trotzdem aufgeführt werden. Allein schon weil ich ihre Website einfach hinreißend finde! Natasha verkauft selbstgemachte vegane und zum Teil sogar rohköstliche Kracker, Kuchen und Konfekt. Diese verkauft sie jeden Samstag auf dem Farmer’s Market in Temple Bar. Als ich das letzte mal 2009 auf dem Farmer’s Market war, gab es ihren Stand ziemlich sicher noch nicht. Dafür erinnere ich mich an großartige vegetarische Sandwiches, den Geruch von frischem Brot und viele Stände mit frischem Obst und Gemüse aus der Region. Der Samstag Morgen in Dublin ist also schon verplant!

Govinda’s scheint ganz schön bekannt zu sein und glücklicherweise gibt es gleich mehrere Filialen in Dublin. Die Homepage verwirrt mich mit ihren hinduistischen (?) Yogaimpressionen. Dennoch sind die meisten Reviews sehr positiv, alle Speisen sind vegetarisch und es gibt sicherlich die ein oder andere vegane Alternative. Außerdem gibt es frisch gepresste Säfte und die Salad Rolls klingen auch gar nicht schlecht!

Avoca ist irgendwie alles: Laden, Restaurant, Kantine, Café und Bäckerei in einem. Und für mich ein Stück Heimat. Bei meinem letzten Aufenthalt in Dublin bin ich fast jeden Tag vorbeigegangen, da ich mich hauptsächlich von den köstlichen Mixed Berry Scones ernährt habe, die Avoca verkauft. Ursprünglich hat Avoca Wolle „hergestellt“ und verkauft die Produkte ihrer Eigenmarke in den zehn Filialen in Irland. Der Laden in der Suffolk Street in Dublin bietet aber neben denn Wolljacken auf drei Stockwerken allen möglichen Krims Krams, den man sicher nicht unbedingt braucht, aber umso mehr haben möchte. Im untersten Stockwerk gibt es eine große Salatbar (nicht alles ist vegetarisch/vegan, aber die Mitarbeiter klären einen gerne auf, was man davon essen kann) und einen großen Sitzbereich, im obersten Stockwerk befindet sich ein hübsches Café mit selbstgebackenen Kuchen und einer schönen Aussicht. Brötchen, Süßstückchen und Scones werden im Erdgeschoss verkauft. Im Onlineshop kann man sich leider nur die Produkte der Hausmarke aus Schafswolle anschauen, der Laden bietet aber auch jede Menge vegane Artikel wie Bücher, Küchenutensilien und Kinderspielzeug!