Wie grün lebst Du?

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Samstag wurde ich in der Stadt von einer Umweltwissenschaftstudentin angesprochen, ob ich kurz Zeit habe an einer Umfrage teilzunehmen. Bei so was mache ich eigentlich immer mit. Schließlich habe ich in meinem Studium auch schon mehr als einmal die Aufgabe bekommen, Leute in der Stadt anzusprechen und zu befragen (z.B. ob sie gerne Sportsendungen sehen und wenn ja, wieviele Stunden am Tag – es haben damals nicht sonderlich viele mitgemacht).
Inhalt der Umfrage war, wie umweltbewusst und nachhaltig die Bewohner unserer Stadt leben.
Folgende Fragen wurden mir gestellt:

» Wieviel Prozent Deiner Lebensmittel kommen….
a) aus der Region
b) aus Deutschland
c) aus dem Ausland

» Wenn Du heute ein Auto kaufen würdest, dann wäre es ein… (Mehrfachwahl möglich, angenommen alle Autos würden gleich viel kosten)
a) Diesel
b) Elektroauto
c) Hybridwagen
d) Geländewagen
e) kleiner Stadtwagen
f) Neuwagen
g) Gebrauchtwagen

» Schätze, wieviele Kilometer Du wöchentlich…
a) zu Fuß unterwegs bist
b) mit dem Fahrrad fährst
c) mit dem Auto fährst
d) mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährst

» Wie oft duschst Du?
a) mehr als ein mal täglich
b) ein mal täglich
c) alle zwei Tage

» Wie lange stehst Du unter der Dusche?
a) weniger als 5 Minuten
b) etwa 5 Minuten
c) 10 Minuten und länger

» Wenn Du Produkte kaufst, achtest Du dann darauf, dass sie möglichst keine Verpackung haben?

» Wieviele gelbe Säcke sammeln sich bei Dir im Laufe einer Woche an? (ist bei uns der Plastikmüll)
a) 1-2
b) mehr als 2

» Wieviel Prozent der folgenden Produkte kaufst Du als Bioware? (a und b waren für mich ja irrelevant)
a) Fleisch und Fisch
b) Milchprodukte und Eier
c) Obst
d) Gemüse
e) Getreide

» Machst Du das Licht aus, wenn Du aus dem Zimmer gehst?

Die Umfrage hat mich nachdenklich gestimmt. Natürlich musste ich bei vielen Fragen nicht lange nachdenken. Ich mache fast immer das Licht aus, wenn ich das Zimmer verlasse und ermahne meinen Freund auch ständig, dass er das Licht ausmachen soll. Ich würde mir niemals einen Neuwagen kaufen, es sei denn, ich finde keinen gebrauchten Elektro- oder Hybridwagen – ganz abgesehen davon, dass ich zwar seit bald fünf Jahren den Führerschein habe, aber noch nie ein eigenes Auto hatte. Mein Freund hat einen gebrauchten Golf. Wir sind seit anderthalb Wochen nicht mehr Auto gefahren und ich bin nicht mehr ganz sicher, wo wir zuletzt geparkt haben. Ich dusche nicht mehr als ein mal täglich und selten länger als 5 Minuten. Wenn ich mir die Haare shamponiere, dann mache ich das Wasser aus.
Schwieriger war es einzuschätzen, wieviele Kilometer ich zu Fuß unterwegs bin – Auto, Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel tendieren bei mir gegen Null, ich komme nicht so oft aus dieser Kleinstadt raus. Wieviele Kilometer legen Ella und ich täglich zurück? Nicht, dass es umwelttechnisch sonderlich interessant wäre, aber mich hat es neugierig gemacht! (:
Wieviel Prozent meiner Lebensmittel kommen aus der Region? Wenige. Ich habe der guten Studentin auch erklärt, dass ich nicht weiß, wie ich das schätzen soll. Wo werden die Sojabohnen für meine Sojamilch angebaut? Wenn ich Leinsamen von Alnatura kaufe – woher kommen die dann ursprünglich?
Sicher sagen kann ich es nur bei Obst und Gemüse. Gemüse aus der Region zu kaufen ist kein Problem. Aber ich esse gerne Kiwi, Ananas, Bananen. Selbst während der Saisonzeit kommt mein Obst weitgehend aus Übersee. Ich weiß nicht, ob ich bereit bin, im Winter nur eingelagerte Äpfel und Birnen zu essen…
Die Frage, die mich am meisten getroffen hat, ist, ob ich darauf achte, dass die Produkte, die ich kaufe, wenig Nebenabfallprodukte erzeugen. Ich habe alle Plastiktüten durch Stofftaschen ersetzt, aber weiter habe ich mich bisher nicht mit dem Thema auseinander gesetzt. Heutzutage ist fast alles in Plastik verpackt. Was kann man dagegen tun?

Wie hättet ihr die Fragen beantwortet? Was tut ihr – außer der veganen Ernährung – um unsere Umwelt zu schützen?

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Autor: annagoesvegan

Anna. 23 Jahre. Psychologiestudentin. Seit acht Jahren Vegetarierin. Seit Juli 2012 vegan.

3 Kommentare zu “Wie grün lebst Du?

  1. ich find die fragen ziemlich ungeschickt; der verbraucher hat doch gar keine ahnung wo seine lebensmittel herkommen. woher soll ich wissen woher die äpfel kommen die im aldi-saft sind? oft steht ja auch nur drauf „hergestellt für…“ und was ist eine „region“? woher soll ich wissen ob der bäcker seine teiglinge aus einer zentrale angeliefert bekommt oder ob er selbst bäckt?
    wie viele kilometer ich zu fuß laufe könnte ich vllt noch schätzen, aber wie viel die bahn fährt.. ka.
    außerdem neigt man bei solchen umfragen gern dazu, sein eigenes verhalten schönzureden – wir kennen doch alle „ich ess auch nur ganz wenig fleisch“.
    und die frage nach dem licht ist auch eher nebensächlich, so ne lampe frisst nicht so viel strom. da sollte man eher fragen auf welcher stufe der kühlschrank steht oder wie viele stunden der riesen-röhrenfernseher läuft. aber wahrscheinlich gings eher drum, zu erforschen, ob die leute überhaupt ein umweltbewusstsein haben.

    das mit den verpackungen ist echt mist, ich geb mir ja schon mühe, aber oft ist es schwer. ich verkneif mir zumindest den coffee to go weil ichs an der uni immer so schrecklich finde wenn die mülleimer mit einwegbechern überquellen. in vielen supermärkten kann man gemüse auch lose kaufen anstatt im plastikbeutel.

    • Hallo Mausflaus!

      Du hast viele wichtige Fragen gestellt! Und Du hast natürlich schon Recht – sonderlich gut gelungen ist die Umfrage nicht. Ich habe wahrscheinlich vergleichsweise genaue Angaben gemacht, da ich z.B. darauf achte, wieviel Säcke Müll ich pro Woche runterbringe oder wie lange ich dusche. Die wenigsten Menschen werden sich das so bewusst machen.
      Mir ging es aber vielmehr darum, was diese Fragen bei mir angestoßen haben. Meinen Fleischkonsum rede ich nicht schön, manche andere Dinge schon, z.B. „Ich achte sonst wirklich sehr auf den Wasserverbrauch, da ist es schon okay, wenn ich ab und zu in die Badewanne gehe“. Aber wie oft ist „ab und zu“ und ist das wirklich noch okay?
      Auf die Frage, wie lange der Fernseher läuft, werden wahrscheinlich die wenigsten Leute ehrlich antworten. Auf welcher Stufe steht mein Kühlschrank? Das müsste ich auch erst einmal nachschauen.

      Es wäre wünschenswert, wenn auf Lebensmitteln besser gekennzeichnet wäre, woher die einzelnen Zutaten kommen.
      Aber vielleicht achtet der ein oder andere, der an der Umfrage teilgenommen hat, in den nächsten Wochen hin und wieder darauf, woher sein Gemüse kommt. Kein Riesenschritt, aber ein Anfang.
      Und für mich bedeutet es, dass ich radikal ehrlich sein möchte – erst einmal zu mir selbst, wenn ich in der nächsten Zeit mein Umweltverhalten besser durchleuchte. Und dann werde ich sehen, was ich nach und nach umsetzen kann!

  2. Angesichts der immer mehr rauskommenden Studien, die untersuchen wie viel CO2, Wasser und sonstige Ressourcen für die Fleisch- und Milchprodukte“produktion“ benötigt (verschwendet) werden, finde ich es sehr erstaunlich, dass die Frage „Wie oft essen Sie Fleisch in der Woche: Einmal, zweimal, 3-4 Mal, 5-7 Mal, Null Mal“ nicht vorkam….

    Was ich sonst noch so tue, um die Umwelt zu schützen außer vegan zu leben? Da fällt mir spontan folgendes ein:
    #Stofftaschen zum Einkaufen mitnehmen, keine Plastiktüten kaufen
    #ich kaufe 85% meiner Lebensmittel im Bio Supermarkt
    #für Obst&Gemüse verwende ich Papiertüten statt Plastiktüten und verwende die Tüten auch möglichst beim nächsten Einkauf wieder
    #Obst und Gemüse möglichst lose kaufen
    #ich kaufe meistens festes Shampoo und Duschgel, d.h. keine lästigen Plastikverpackungen
    #ich habe kein Auto, nutze Fahrrad und öffentliche Verkehrsmittel
    #Kleidung kaufe ich möglichst gebraucht, zB über Kleiderkreisel
    #ich kaufe möglichst keine Fertiggerichte, die groß verarbeitet wurden (Nudeln und Co. zähle ich da nicht zu)
    #wenn es sich anbietet, koche ich für mehrer Tage vor, koche zB eine größere Menge Quinoa, die dann für mehrer Tage reicht
    #ich kaufe keine Plastikflaschen, trinke nur Leitungswasser und Tee, für unterwegs habe ich eine Metallflasche
    #ich warte bis genügend Wäsche zusammenkommt, dass es sich lohnt zu waschen
    #mein Konto habe ich bei einer ethischeren Bank
    #ältere Bücher versuche ich gebraucht zu kaufen
    #ich verwende Toilettenpapier und Druckerpapier mit dem blauen Engel Siegel
    #bei neuen Gegenständen, die ich kaufe, zB für die Küche, achte ich darauf, dass sie möglichst nicht aus Plastik sind, gut verarbeitet sind und somit lange halten, zB. möglichst aus Glas, Edelstahl, Holz

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