THP – Monat Dezember

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Morgen geht es los, das Happiness Project. Linda und ich haben in den letzten Tagen so viele Emails und Whatsapp-Nachrichten ausgetauscht und obwohl ich über einen Monat Zeit für die Vorbereitungen hatte, sind meine Aufgaben für Dezember trotz allem noch nicht so klar umgrenzt wie ich mir das gewünscht hätte.
Ich habe tausende Ideen, was ich gerne verändern würde, und muss mich ständig selbst bremsen, da ein Zuviel an Vorhaben ein Missglücken sehr wahrscheinlicht macht. Ich habe mir ja schon vor zwei Wochen vorgenommen, wieder täglich Tagebuch zu schreiben – und schon das klappt nur selten. Mein anderes Ziel – drei mal die Woche Sport machen – konnte ich zwar bisher einhalten, erfordert aber auch ein bisschen mehr Organisation und Überwindung als gedacht.
Was also habe ich mir für Dezember vorgenommen?

1. Routinen einführen.
Man sagt, dass man etwas mindestens dreißig mal tun muss, damit es tatsächlich zu einer Gewohnheit und somit zur täglichen oder wöchentlichen Routine wird. Dreißig mal muss ich mich also überwinden, zwingen oder mir schlicht und ergreifend die Zeit nehmen, etwas zu machen, bevor es irgendwann fast automatisch abläuft, da es fest in meinen Alltag integriert ist.
Ich habe mir sechs Dinge vorgenommen, die ich täglich umsetzen möchte und die sich verschiedenen Bereichen zuordnen lassen.
Morgens beim ersten Kaffee möchte ich mir die Zeit nehmen, eine to-do-Liste für den Tag zu schreiben und dabei trainieren, mir möglichst realistische Ziele zu setzen. Statt wie üblich auf irgendwelchen Zetteln rumzukritzeln, habe ich mir dafür extra ein Buch angelegt, damit meine Listen endlich mal geordnet sind und ich den Überblick behalte. Zur Inspiration für den Tag möchte ich jeden Morgen einen Post von Leo Babauta auf Zenhabits lesen – der besten Seite, wenn es um Minimalismus, Organisation und Vereinfachen geht. Vielleicht kann ich ein paar der Anregungen mit in den Tag nehmen und direkt umsetzen. Abends werde ich mir 15 Minuten Zeit nehmen, um aufzuräumen – die kleinen Dinge, die ich sonst über den Tag verteilt in meinen Pausen erledige, wie etwa Spülmaschine einräumen, das Chaos auf dem Schreibtisch ordnen, die Sofakissen ausschütteln usw. Ich erhoffe mir, dass ich morgens bessere Laune habe, wenn ich nicht direkt mit Unordnung konfrontiert bin.
Den Tipp, fünf Dinge täglich auszusortieren, habe ich im Internet gelesen. Ich habe zu viele Besitztümer, die mich belasten und zu viele Dinge, die ich nicht brauche und die im Schrank oder in Umzugskisten verstauben. Allein der Gedanke an eine große Ausräumaktion überfordert mich – aber fünf Dinge täglich auszusortieren, scheint machbar zu sein.
Die letzten beiden Routineaufgaben werde ich vermutlich zeitlich zusammenlegen: Täglich Tagebuch schreiben und einen Satz in Gretchens One Sentence Journal eintragen. Ich habe mir extra eine Erinnerung ins Handy eingespeichert, damit ich mir auch abends tatsächlich die Zeit nehme, um ein paar Gedanken zum Tag aufzuschreiben. Nur so kann ich auch meine Stimmung und meine Fortschritte festhalten und rückblickend bewerten.

2. Meine Arbeitszeit aufschreiben.
Wenn mein Freund mich abends fragt, was ich den Tag über so gemacht habe, habe ich immer eine ganze Liste an Dingen zu erzählen – und zugleich werde ich nie das Gefühl los, dass ich an meinen momentan wichtigsten Aufgaben (HiWi-Job, Bachelorarbeit, Prüfungsvorbereitung) nicht wirklich gearbeitet habe.
Da ich in diesem Semester kaum Uni habe, bin ich weitgehend zuhause und mein Arbeitsplatz ist grob gesagt unser Wohnzimmer. Ich genieße es sehr, dass ich das Glück habe, dass ich mit meiner Arbeitszeit so flexibel bin, aber es bringt auch einige Nachteile mit sich. Um besser einschätzen zu können, wie lange ich tatsächlich an einzelnen Aufgaben sitze und wieviel Zeit ich für meine drei Hauptarbeiten investiere, werde ich in den kommenden Wochen notieren, wann ich was mache – und hoffe, dass das Ergebnis aufschlussreich ist und mein Gewissen beruhigt.

3. Drei mal die Woche 30 Min Workout.
Dazu hatte ich ja nun schon einiges geschrieben und mein netter Arzt hat mich gestern noch mal daran erinnert, dass es wirklich wichtig wäre, dass ich mit Sport beginne. Allerdings muss ich wohl mindestens drei Monate lang mein Sportprogramm durchziehen, bis es zu einer festen Routine in meinem Alltag wird.

4. Eins meiner Projekte aufgeben.
Als ich Gretchens Task Abandon a project gelesen habe, hat mir zunächst nicht eingeleuchtet, was sie damit erreichen möchte und wie das zu ihrem Glück beitragen kann. Ich war auch ein wenig enttäuscht, dass sie letztendlich nur ein Bastelprojekt aufgegeben hat, aber was soll’s.
Nachdem ich hier ja auch schon festgestellt habe, dass ich zu viele Interessen, Vorhaben, Hobbys und Verpflichtungen habe, ist es für mich an der Zeit, eine meiner Aufgaben abzugeben. Auch wenn ich schon weiß, was ich aufgeben werde, kostet es mich einige Überwindung, die dafür nötige Email zu schreiben…

5. Mein Emailfach neu ordnen.
Leo Babauta schreibt in The Power of Less, dass eins seiner „Markenzeichen“ ist, dass sein Postfach immer leer ist. Täglich sortiert er einmal seine Emails aus, beantwortet sie direkt oder archiviert sie. Klingt gut, dachte ich. Nur dass ich 5453 Emails (29.11.2012) in meinem Posteingang hatte. Ich habe mir dann gestern ein bisschen Zeit genommen, neue Archivordner anzulegen und habe erstmal alle Emails aus dem Posteingang in einen einzigen Ordner verschoben. Nun ist es meine Aufgabe, diese Emails nach und nach durchzugehen und zu sortieren. Mein leerer Posteingang wirkt aber tatsächlich beruhigend und ich habe einen viel besseren Überblick, welche Emails noch bearbeitet oder beantwortet werden müssen.

6. Methoden gegen Prokrastination sammeln.
Ich gehöre eigentlich nicht zu den Menschen, die eine Woche vor der Prüfung bemerken, dass es doch recht viel Stoff zu lernen ist oder die das Abgabedatum ihrer Hausarbeit drei mal verschieben. Meine wichtigen Aufgaben bearbeite ich immer sehr gewissenhaft, ich vergesse selten Termine und besitze (leider?) nicht die Fähigkeit, unangenehme Dinge komplett auszublenden. Manchmal lähmt mich mein Perfektionismus und gerade deshalb lege ich meine Zeitpläne immer etwas zu optimistisch fest. Und doch habe ich bisher immer alle Abgabedaten eingehalten und konnte den Lernstoff bis zum Prüfungstermin.
Trotzdem: Ich verspüre das Bedürfnis, meine Arbeitsabläufe zu optimieren. Ich schaue nicht 50 mal am Tag auf Facebook, aber selbst fünf mal sind vielleicht zu viel. Ich beantworte nicht jede Sms innerhalb von 10 Minuten, aber mein Handy liegt trotzdem immer neben mir. Statt Multitasking zu betreiben, möchte ich mein Leben vereinfachen, mich auf eine Sache zu einer Zeit beschränken, um mit 100%iger Konzentration und Arbeitsleistung dabei zu sein. Ja, es würde mich glücklicher und zufriedener machen, wenn ich meine Nagging Tasks schneller erledigen könnte, um dann ohne schlechtes Gewissen eine halbe Stunde lang Sms zu beantworten und auf Facebook zu surfen!

7. Begleitende Literatur.
Hach, was wäre mein Happiness-Project ohne Fachliteratur. Heute wollte ich nur ganz kurz zwei vorbestellte Bücher aus der Bib abholen – und habe dann doch noch zwei weitere Bücher zu Zeitmanagement und eins zu Positive Psychology mitgenommen. Wahrscheinlich sind 80% der Tipps in diesen Selbsthilfebüchern nur niedergeschriebener Menschenverstand. Aber vielleicht sind die 20% der Tipps, die ich noch nicht kenne, ja unglaublich innovativ und bringen mich weiter?
Vorsichtshalber habe ich schon mal Speedreading gegoogelt, da mir im Monat Dezember wahrscheinlich nicht die Zeit bleibt, jedes Buch von vorne bis hinten durchzulesen.

Und zum Schluss?
Linda bloggt jetzt übrigens auch über das Happiness Project.
Ich freue mich auf den ersten Monat. Und darauf, morgen endlich das erste Päckchen unseres Adventskalenders aufzumachen!

We are what we repeatedly do. Excellence, then, is not an act, but a habit.
~Aristotle

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Autor: annagoesvegan

Anna. 23 Jahre. Psychologiestudentin. Seit acht Jahren Vegetarierin. Seit Juli 2012 vegan.

5 Kommentare zu “THP – Monat Dezember

  1. Hej, das klingt echt nach tollen Tipps, von dem mir der ein oder andere auch sehr weiterhelfen würde.
    Ich wollte mir das Buch auch bestellen! Danke für die Inspiration!

  2. Falls Du Dich für Zeitmanagement interessierst, kann ich Dir nur empfehlen, das Buch von Leo Babauta zu kaufen! Bei Amazon kostet es nur 5 Euro soweit ich weiß – und eins seiner Ebooks („Focus“) kann man sich auf seinem Blog kostenlos runterladen. Ich lese Leos Blog schon so lange, bzw. komme immer wieder darauf zurück, wenn mir mein Leben zu hektisch erscheint und ich gerne einiges reduzieren möchte – und Leo hat einfach die besten Tipps parat (;
    Übrigens: Vegan lebt er auch.

  3. …klasse Zitat von Aristoteles…
    …toller Blog, der hat jetzt eine Leserin mehr…

    vegan l♥ve&peace,miss viwi

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