Eine Erkenntnis.

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Letzten Freitag hatte ich einen kleinen persönlichen Durchbruch. Als Iphone-Hintergrund habe ich den Slogan Make today count und nachts lag ich lange wach und habe über meinen Tag nachgedacht.
Neben all den kleinen Dingen, die wir Tag für Tag machen und schnell wieder vergessen, weil sie sich ständig wiederholen oder weil wir ihnen wenig Bedeutung beimessen, hatte ich an diesem Tag nur zwei Dinge getan, die mir – für mich – wichtig erschienen. Die Erkenntnis dabei war, dass die eine Sache davon mich rundum herzerwärmend glücklich machte, die andere nicht. Morgens hatte ich die Prüfung hinter mich gebracht, auf die ich lange gelernt hatte. Tagelang hatte ich mich auf das Gefühl der Erleichterung gefreut, wenn ich endlich all die ungeliebten Aufschriebe und Bücher zerreißen oder zurück in den Schrank packen würde. Als ich heimkam, war mein Anspannungslevel jedoch noch so hoch, dass ich mich gleich an den Schreibtisch setze und den Stoff für die zweite Prüfung durchging. Vielleicht hatte ich an den Tagen davor, tief über meine Notizen gebeugt, einmal zu oft gedacht Warum muss ich das hier lernen?. Vielleicht hatte ich zu lange, viel zu lange, stumpf die Definitionen auswendig gelernt. Vielleicht hatten sich ein paar mal zu oft Zweifel an meiner Studienwahl geregt.
Auf jeden Fall hätte ich Erleichterung spüren sollen. Vielleicht sogar Stolz. Eine weitere Prüfung in meinem Studium lag hinter mir. Stattdessen war ich wütend, weil ich weiterhin unter Strom stand, kaum einen klaren Gedanken fassen konnte und irgendwelche Fachbegriffe in meinem Kopf hin und herschwirrten. Ich fühlte mich scheußlich.
Am selben Nachmittag schrieb mir meine Freundin Linda eine Sms. Oh she glows, der Blog, ach wie toll, dass Du den bei Stille Revolution verlinkt hast. Um mich abzulenken, las ich mir Angelas neueste Posts durch. Dann ihre persönliche Geschichte. Jahrelang Essstörungen, Psychologiestudium, viele Forschungsprojekte, früh eigene Buchbeiträge, Stress, Stress, Stress und irgendwann die Frage Wie lang kann man einen Job machen, der einen nicht wirklich erfüllt?. Das kam mir alles sehr bekannt vor.
Ich habe Angela an diesem Abend eine Email geschrieben. Es war mir ein Anliegen, eine persönliche Nachricht einmal um die halbe Welt zu schicken, um diese fremde Frau wissen zu lassen, dass ich sie für ihren Mut bewundere und ihre Geschichte mich inspiriert. Mit einer Antwort habe ich nicht gerechnet, wirklich nicht, und schon gar nicht am selben Abend. Aber Angela schrieb:

Thank you so much for your kind words about my blog! That means the world to me, it really does. (…)

Und dieses Gefühl wiederum kam bei mir an. Eine Email zu schreiben, in der Hoffnung, einem vollkommen fremden Menschen ein Lächeln auf die Lippen zu zaubern. Ein bisschen mutig sein und jemandem sagen, wie toll man ihn findet, wie gern man ihn hat, wie sehr er einen Tag für Tag inspiriert – ganz egal, ob man diesen Menschen persönlich kennt oder nicht. Weil es den andern glücklich macht und uns selbst auch. Weil es mehr mit meinem Leben zu tun hat als Homöoboxgene (Medizinstudenten wissen, was ich meine). Weil es mir mehr bedeutet. Und weil Zeit viel zu kostbar ist, um sie mit den falschen Dingen zu verschwenden.

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Autor: annagoesvegan

Anna. 23 Jahre. Psychologiestudentin. Seit acht Jahren Vegetarierin. Seit Juli 2012 vegan.

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