Irland: Das Land, in dem das Gras grüner ist, es jeden Tag sieben mal aufhört zu regnen und Vegansein Spaß macht!

2 Kommentare

Seit Sonntag Nacht bin ich zurück aus Irland und heute folgt der Reisebericht, oder vor allem der Bericht über den Versuch, mich in Irland komplett vegan zu ernähren. Diesmal gibt es ganz viele Bilder, allerdings noch in relativ schlechter Qualität. Seit dem Wochenende habe ich aber mein Blackberry Bold gegen ein Iphone ausgetauscht und bin froh, ab jetzt ein Handy ohne Lederbesatz zu haben! Und zukünftig kann ich euch dann auch mit Instagrambildern quälen, ob es euch gefällt oder nicht!

Bevor ich zum schönen Teil meines Berichtes komme, möchte ich euch von meinem ersten veganen Unfall berichten. Als wir am zweiten Tag unserer Reise abends in Galway ankamen, sind mein Freund und ich noch durch die Stadt gebummelt, waren am Strand und haben dann beschlossen, etwas essen zu gehen. Wir sind dann bei Fat Freddy gelandet (wer nennt sein Restaurant eigentlich so?!) und es gab außer Salat nicht wirklich etwas veganes auf der Karte. Dafür gab es eine vegetarische Pizza, bei der ganz genau aufgeführt war, mit welchen Gemüsesorten sie belegt und dass eben Schafskäse dabei ist. Also habe ich den Kellner gebeten, den Schafskäse wegzulassen. Naiv wie ich war, hatte ich nicht damit gerechnet, dass trotz allem eine dicke Schicht aus Mozarella auf der Pizza sein würde und ich war einigermaßen entgeistert, als ich meinen Teller gereicht bekam. Was nun?
Ich habe mich in dieser Siuation entschieden, die Pizza trotz Käse zu essen, da es 1. mein Fehler war, dass ich nicht genauer nachgefragt habe, ob noch anderer Käse auf der Pizza ist und 2. ich nicht wollte, dass meine ungewollte Pizza weggeschmiessen wird, wenn ich eine neue bestellt hätte.
Also habe ich mich durch die Pizza gekämpft. Ich hätte gedacht, dass ich wie ein Junkie über den Käse herfallen würde. Stattdessen habe ich festgestellt, dass mir die Pizza ohne Mozarella wesentlich besser geschmeckt hätte (und dass nicht nur, weil ich dann mit einem besseren Gewissen hätte essen können). Nach der Pizza war mir schlecht und ich habe mich körperlich unwohl gefühlt.
So sehr mich dieses Erlebnis beschämt, es war eine wichtige Lektion für mich. Drei Dinge habe ich gelernt:
1. Ich frage nun immer genau nach, welche Zutaten in einem Gericht sind, auch wenn es auf der Karte so scheint als wäre es vegan. Ich erkläre einem Kellner genau, welche Dinge ich nicht esse.
2. Wenn ich doch mal wieder etwas bekommen sollte, dass nicht vegan ist, werde ich es ablehnen.
3. Man kann sich wirklich von Käse entwöhnen. Nach drei Monaten wieder ein Milchprodukt zu essen, hat mir gezeigt, dass mein Körper Milchprodukte nicht verträgt oder braucht.
Schade, dass ich diesen Ausrutscher gebraucht habe, um das zu erkennen.

So, hier gibt’s die Gallerie mit meinen leckeren veganen Entdeckungen. Nochmals Entschuldigung, dass einige der Bilder so unscharf sind. Das bessert sich ab jetzt hoffentlich!

Bild Nr. 1: Nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück im Hotel (das Buffet war eher spärlich, vor allem für Veganer) waren wir am ersten Sonntag direkt in der Stadt, da die Läden in Irland ja auch Sonntag geöffnet haben. Ziel war der Eason, eine Buchladenkette. Ich glaube, ich habe meinen Freund in so ziemlich jeden Buchladen geschleppt, an dem wir vorbeigekommen sind, weil ich unbedingt schauen wollte, was es so an englischen Kochbüchern gibt, vor allem natürlich an vegan-vegetarischen Kochbüchern. Die Antwort ist: Die Bücher in Irland sind teurer, vor allem verglichen mit Amazonpreisen und die Auswahl ist auch eher enttäuschend.
Auf dem Weg zum Eason sind wir an diesem wunderbaren Stand vorbeigekommen und ich war rundum glücklich und hab mich erstmal mit Flyern ausgestattet, alle möglichen Petitionen gegen Massentierhaltung unterschrieben und mich auf die Newsletterliste setzen lassen. Und es war so schön auf die Frage „Lebst Du vegetarisch?“ antworten zu können „Nein, ich lebe vegan.“ (trotz Ausrutscher am Vortag)! Noch am selben Abend habe ich eine persönliche Email von einem der Aktivisten erhalten, dass sie sich gefreut haben, mich kennen zu lernen und hoffen, dass ich die vegane Lebensweise weiter verbreite.

Bild Nr. 2-4: Wie in meinem Vegan in Galway-Post angekündigt, habe ich ein paar der Restaurants aufgesucht, die ich vorher im Internet ausfindig gemacht hatte. Das Food For Thought haben wir zufällig entdeckt, als ich das Amnesty-Café gesucht habe, in dem ich vor sechs Jahren mal war. Im Food For Thought haben wir gefrühstückt und waren beide begeistert. Über der Theke hängt eine große Tafel und bei jedem Gericht ist angegeben, ob es vegetarisch, vegan, glutenfrei oder eine der healthy options ist. Für mich gab es Porridge, der superlecker war – und leider auch so sättigend, dass ich die Portion nicht geschafft habe. Mein Freund hat sich etwas vegetarisches bestellt, das abgesehen von Buttertoast aber auch vegan war. Für Leute, die gerne mit Gemüse, Bohnen und Kartoffeln in den Tag starten, genau richtig (:
Wie in verschiedenen Foren schon erwähnt war, gab es kostenlose Kaffee-Refills. Für den Porridge plus Kaffee habe ich nur 4,70 Euro gezahlt. Das Personal war superfreundlich, ich wurde gefragt, ob die frische Beeren zu meinem Porridge haben möchte und eine Kellnerin kam zwischendurch zu uns an den Tisch, um nachzufragen, ob wir noch etwas brauchen oder soweit zufrieden sind. Free WiFi gabs natürlich auch.

Bild Nr. 5: Der gute alte Evergreen, eine Health-Store Ladenkette in Irland. Hier habe ich mich gleich mal mit veganen Snacks ausgerüstet, es gab sogar Mini Moos von Moo-free, die ich bisher sonst nirgends entdeckt habe. Mein Freund und ich haben uns auch Käse von Vegusto mitgenommen – mein bisher erster Versuch mit veganem Käse! – dazu gibt es aber irgendwann anders noch einen Post!

Bild Nr. 6-8: Vom La Salsa hatte ich ebenfalls schon vor der Reise gelesen. Es war auch eins der Restaurants, die wir eher zufällig entdeckt haben, denn es liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Mein erster veganer Burrito war köstlich, aber die Portion war mal wieder viel zu groß für mich. Die Füllung hat mich ziemlich überrascht: Im Burrito waren Kidneybohnen, schwarze Bohnen und Kichererbsen, allesamt in einer würzigen Soße. Außerdem Tofustückchen, frischer Salat, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, gebratene Pilze und Guacoamole sowie extra Avocadostückchen. Die bunte Mischung an verschiedenen Proteinquellen hat mich erst etwas verwirrt, war aber sehr sehr lecker!

Bild Nr. 9-11: An manchen Tagen hatten wir einfach keine Lust bei Regenschauer bis in die Innenstadt von Galway zu laufen und sind stattdessen zu Tesco oder Marks & Spencer gegangen und haben uns dort im Kühlregal bedient. In Irland haben sie eine größere Auswahl an Snacks, frischen Salaten, fertigem Sushi (es gibt auch rein vegetarisches, das sogar vegan ist) oder Sandwiches. Die Couscous-Salate mit mediterranem Gemüse haben mich besonders angelacht und waren auch richtig lecker. Schön ist auch, das bei allen abgepackten Lebensmitteln zumindest „geeignet für Vegetarier“ dabei steht und alle Inhaltsstoffe angegeben sind, so dass sich schnell herausfinden lässt, was davon auch vegan ist.

Bild Nr. 12: Das Paprikaherz habe ich in meinem gemischten Salat entdeckt (:

Bild Nr. 13 und 14: In unserem Hotel gab es zwei Restaurants, die Speisekarten lagen auch in unserem Zimmer aus. Eigentlich war ganz schön, dass die vegetarischen und veganen Gerichte gekennzeichnet waren, allerdings: Auf der Karte war auch ein Gericht mit einem besonderen Käse als vegan beschrieben. Die Käsesorte war mir unbekannt und Google verriet nichts darüber, also habe ich im Restaurant genauer nachgefragt. Die Kellnerin war so lieb und ist extra zum Koch gegangen, um nachzuhaken und kam mit der Antwort zurück, dass es sich mit 90%iger Sicherheit um veganen Käse handelt. Nach der Pizzaerfahrung habe ich mich dann für ein anderes Gericht entschieden. Am einen Abend gab es die gerösteten Pilze mit dreierlei Kruste, am anderen Abend ein Curry, bei dem leider etwas viel Korriander dran war, das ansonsten aber gut schmeckte!

Bild 15 und 16: Jetzt sind wir im kulinarischen Dublin angekommen. Zunächst gab es dort zwei Enttäuschungen: Ich wollte ja unbedingt die veganen Backkünste von Natasha ausprobieren – also sind mein Freund und ich Samstags etwas früher aufgestanden, um auf den Farmer’s Market zu gehen, aber: Kein Stand von Natasha weit und breit. Schade!
Außerdem hatte ich durch weitere Recherchen noch das Wilde Hibiscus in Dublin entdeckt. Laut den Angaben bei Facebook befindet sich dieses kleine Café in der Nähe des Guinness Stores… Wir sind die Straße mehrfach abgelaufen, haben es aber nicht gefunden.
Dafür waren wir dann aber gleich zweimal bei Cornucopia! Einmal hätte einfach nie gereicht (: Ich könnte dort täglich essen! Wie in so vielen Restaurants in Irland bekommt man sein Essen nicht an den Tisch gebracht, sondern stellt sich an der Theke an. An großen Tafeln sind die Tagesgerichte angeschrieben, das Prinzip ist ziemlich einfach, nur die Wahl des Essens fällt unheimlich schwer: Man wählt eins der Hauptgerichte (auch hier: an der Tafeln sind die veganen Gerichte gekennzeichnet, es gab an beiden Tagen mindestens drei verschiedene) und dazu wählt man zwei von zehn Salaten. Die Salate waren fast alle vegan und ich wäre am liebsten durch den Laden gehüpft, als ich das vegane Coleslaw entdeckt habe! Insgesamt zahlt man dann 12,50-13 Euro. Der Teller ist aber so vollgeladen, dass mein Freund und ich an beiden Tagen mit den Portionen gekämpft haben. Den veganen Kartoffelsalat mit Haselnüssen musste ich gleich zwei mal essen, weil er so lecker war!
Neben den normalen Hauptgerichten gibt es auch Suppen (täglich werden etwa sechs verschiedene Suppen angeboten, mindestens zwei davon sind raw), ein Kuchenbuffet mit veganen Kuchen, Scones und herzhaften Snacks und Sonntags gibt es Brunch.

Bild Nr. 17: Nach einer Shoppingtour durchs Dundrum Towncenter sind wir bei Wagamama gelandet, einem asiatischen Nudelrestaurant. Nicht ganz billig, aber sehr sehr lecker. Leider gab es nur dieses einzige vegane Gericht auf der sonst sehr umfangreichen Karte.

Bild Nr. 18: Bei Avoca war ich natürlich auch, schließlich ist das mein Ziel Nummer eins in Dublin! Die Salatbar sah wie immer köstlich aus – man kann entweder direkt dort essen oder sich etwas mitnehmen. Leider sind vegane Salate nicht extra gekennzeichnet (dafür ist das komplette Buffet vegetarisch).

Advertisements

Autor: annagoesvegan

Anna. 23 Jahre. Psychologiestudentin. Seit acht Jahren Vegetarierin. Seit Juli 2012 vegan.

2 Kommentare zu “Irland: Das Land, in dem das Gras grüner ist, es jeden Tag sieben mal aufhört zu regnen und Vegansein Spaß macht!

  1. hey…
    bin grade am anfang meiner planung für ne irlandreise…eigentlich hatte ich die befürchtung, daß dort sehr fleisch/tierlastig gegessen wird…aber anscheinend isses nicht so…
    haste vielleicht noch tipps für mich?

    lg
    moni

    • Hallo Moni!

      Irland ist ein fantastisches Land! Wann wirst Du hinreisen und wohin genau? Ich war zwar schon oft in Irland, aber erst bei meiner letzten Reise als Veganerin, daher war ich nur in Galway und Dublin vegan essen. Mit ein bisschen Planung solltest Du aber in fast jeder größeren Stadt etwas veganes finden. Irlands traditionelle Küche ist zwar schon eher fleischlastig (und irgendwie scheint es IMMER Kartoffeln zu geben), aber es gibt zahlreiche internationale Restaurants, von italienischer Küche über mexikanische bis hin zu asiatisch. In Dublin musst Du unbedingt zu Cornucopia! Ansonsten Blazing Salads, HOME, Sseduced, Umi Falafel und Govinda’s. Eine recht große Auswahl an veganen Produkten gibt es in Health Stores wie „Nourish“ und „Evergreen“ (nicht nur in Dublin, sonder ganz Irland) – dort haben wir uns beim letzten Mal ausgestattet und waren begeistert über das große Angebot! In Dublin habe ich die Erfahrung gemacht, dass praktisch jeder weiß, was vegan bedeutet und dass die Kennzeichnung auf den Produkten oder der Speisekarte um einiges besser ist als in Deutschland!
      Hier kannst Du Dich auch noch mal informieren: http://veganireland.vegaplanet.org/

      Schreib mir gerne bei weiteren Fragen!
      Liebste Grüße,
      Anna

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s