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Kochen vs Lernen

Zwei Tage mit 20 Stunden Lernen, 30 Seiten neuer Notizen und vier verbrauchten Textmarkern später fühle ich mich immer noch kein bisschen besser vorbereitet für die anstehenden Prüfungen. Eine innere und ziemlich lautstarke Stimme sagt mir, dass ich das Wissen über Homeoboxe, Ophthalmologie und Sonic Hedgehogs (ehrlich – falls ich jemals eine Band gründen sollte, nennen wir uns so!) in meinem späteren Berufsleben nur selten brauchen werde. Vielleicht ist es gerade dieser innere Konflikt, der dazu beiträgt, dass ich viele Seiten immer und immer wieder durchgehen muss, weil nichts von dem Gelernten hängen zu bleiben scheint.
Die kurzen Pausen, die ich mir gönne, nutze ich, um mich an der Tankstelle mit Redbull auszurüsten, mich bei einer weiteren Tasse Kaffee über die Bilder bei 9gag.com zu amüsieren oder um mich über die zentimeterhohe Staubschicht auf meinen Bücherregalen zu ärgern. Um mich etwas abzulenken und damit meine Ernährung sich nicht ausschließlich auf Energydrinks, Mr. Toms und Chips beschränkt, habe ich gestern Abend Lasagne für meinen Freund und mich gekocht. Leider hab ich nach wie vor keinen veganen Käse zuhause, weswegen die oberste Lasagneschicht wieder aus Semmelbröseln bestand. Lecker war es trotzdem! Und hier das Rezept:

Zutaten für vier Personen:

» 20 Lasagneplatten

Für die Tomatensoße:
» zwei Dosen geschälte Tomaten
» 500g frische Tomaten
» Olivenöl
» 2-3 große Zwiebeln
» 2-3 Knoblauchzehen
» Salz, Pfeffer, Paprikagewürz, frisches Basilikum

Für die Béchamelsoße:
» 300ml Soja Cuisine
» 60g Mehl
» 100g Butter
» Salz und Pfeffer zum Abschmecken

Für das Gemüse:
» 300g Bio-TK-Blattspinat
» 1-2 große Auberginen (alternativ auch Zucchini)
» 500g Champignons
» Olivenöl, Salz, Pfeffer

Zubereitung:

1. Die Tomatensoße mache ich meistens schon einige Stunden vorher. Wahrscheinlich hat jede(r) von euch ein eigenes Tomatensoßenrezept, meins ist denkbar einfach. Ich brate die Zwiebeln in reichlich Olivenöl an bis sie „glasig“ sind. Dann gebe ich die Dosentomaten und die frischen, kleingeschnittenen Tomaten dazu und lasse das Ganze etwa 15 Minuten bei mittlerer Hitze köcheln bis die frischen Tomaten etwas in Stückchen zerfallen sind. Die Soße schmecke ich mit Salz, Pfeffer, etwas Zucker und Parikagewürz ab. Cremiger wird die Soße, wenn man etwas Sojamilch oder Soja Cuisine zugibt, meine Oma hat auch immer 2 EL Mehl mit eingerührt.
Anschließend lasse ich die Tomatensoße abkühlen und püriere sie später mit einem Stabmixer (mache ich nur bei Lasagne, sonst mag ich die Tomatenstückchen lieber). Den zerkleinerten Knoblauch und die Basilikumblätter gebe ich erst ganz am Schluss hinzu.

2. Im nächsten Schritt steht die Zubereitung des Gemüses an. Leider vergesse ich immer, wie aufwändig das bei Lasagne sein kann. Die Aubergine schneide ich in Scheiben und lege diese auf einem mit Backpapier belegtem Blech aus, betröpfle sie mit Olivenöl (kein Salz – sonst ziehen die Auberginen zu viel Wasser) und lasse sie bei etwa 150°C im Ofen etwas braun werden.
Der TK-Blattspinat muss nur aufgetaut und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt werden. Bei Verwendung von frischem Spinat (habe ich im Rewe leider nicht bekommen) fällt natürlich noch das Putzen an.
Die Champignons habe ich nach dem Waschen und In-Scheibchen-Schneiden mit etwas Öl in der Pfanne angebraten.

3. Die Béchamelsoße geht am Schnellsten: Butter in einem kleinen Topf zerlassen, dann die Temperatur runterschalten und das Mehl hinzugeben. Nun heißt es mit dem Schneebesen rühren, rühren, rühren, damit das Mehl sich auch wirklich in der Butter auflöst und nicht am Topf unten ansetzt. Dann die Soja Cuisine hinzugeben und weiterrühren, so dass sich keine Mehlklümpchen bilden. Mit Salz und Pfeffer abschmecken und zur Seite stellen.

4. Nun kommt der schönste Teil, das Lasagne-Schichten (:
Aber erstmal den Backofen bei etwa 200°C Ober-Unter-Hitze vorheizen und eine große Auflaufform mit Alsan oder anderer Pflanzenmargarine einfetten.
Die unterste Schicht sollte am Besten aus Lasagneplatten bestehen, anschließend folgt Tomatensoße, dann eine Schicht Gemüse, dann Béchamelsoße, dann wieder Lasagneplatten und so weiter. Beim Schichten kann man sich kreativ austoben, wichtig ist aber, dass die Soße direkt auf die Lasagneplatten kommt, damit diese schön weich werden. Auf die oberste Schicht Platten kommt noch mal Béchamelsoße und dann die Semmelbrösel drüberstreuen, die die Lasagne schön knusprig machen.
Je nachdem wie hoch ihr das Ganze geschichtet habt, ist die Lasagne nach etwa 30-40 Minuten fertig. Guten Appetit!




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Vegan durch die Prüfungsphase


Blöde blöde Prüfungsphase. Nachdem ich im Urlaub alles wieder vergessen habe, was ich bisher für die anstehenden Klausuren gelernt habe, geht es diese Woche von neuem los. Natürlich fallen mit genau jetzt zehntausend Dinge ein, die ich lieber tun würde.
Zum Beispiel Lesen. Mein Büchervorat ist in den letzten beiden Wochen wieder mal stark angewachsen (die Bücher auf dem Instagrambild sind nur eine kleine Auswahl) und weil ich mich nicht für eines entscheiden konnte, habe ich angefangen, drei Bücher parallel zu lesen. Why we broke up habe ich mir nur wegen dem Titel und den tollen Zeichnungen ausgesucht und nachdem ich die ersten beiden Kapitel gelesen habe, war ich in den Autor und seine Sprachgewandtheit und seine Eigenart, Sätze ohne Kommata zu schreiben, absolut verliebt – bis ich dann gegoogelt habe und feststellen musste, dass Daniel Handler mir dann optisch doch nicht so gut gefällt (;
Kein Fleisch macht glücklich hat mich zunächst enttäuscht. Gleich im ersten Kapitel schreibt Andreas Grabolle darüber, wie er nach dreizehn Jahren wieder ein Steak isst. Außerdem hatte ich mir von einem Biologen, Klimaexperten (wie wird man das?) und Wissenschaftsjournalist tatsächlich ein wissenschaftliches Buch versprochen (wie wär’s z.B. mit Fußnoten?). Letztendlich liest es sich aber doch erstaunlich gut und bald folgt hier eine etwas umfassendere Buchrezension.
Zum Glück habe ich diese Woche auch wieder meine Bitebox mit neuen gesunden Snacks bekommen, die mir die nötige Energie zum Lernen bringen.
Und Pickles Fatboy ist endlich da! Ob Pickles da jemals drauf liegen wird? Momentan mache ich es mir nämlich meistens auf dem pinken Sitzkissen bequem (:

Zuletzt mache ich noch ein bisschen Werbung für eine gute Freundin. Stina von Veganpassion hat mich vor gut einem Jahr mit ihren bezaubernden Backkünsten dem Veganismus ein ganzes Stück näher gebracht. Jetzt hat PETA ihr den ProgressAward 2012 verliehen. Herzlichen Glückwunsch! Übrigens, ein Interview, das ich mit Stina für Dein Freund geführt habe, findet ihr hier.
Und dort gibt es bald auch ein neues Interview von mir mit den Mädels von Green Friday!




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Irland: Das Land, in dem das Gras grüner ist, es jeden Tag sieben mal aufhört zu regnen und Vegansein Spaß macht!

Seit Sonntag Nacht bin ich zurück aus Irland und heute folgt der Reisebericht, oder vor allem der Bericht über den Versuch, mich in Irland komplett vegan zu ernähren. Diesmal gibt es ganz viele Bilder, allerdings noch in relativ schlechter Qualität. Seit dem Wochenende habe ich aber mein Blackberry Bold gegen ein Iphone ausgetauscht und bin froh, ab jetzt ein Handy ohne Lederbesatz zu haben! Und zukünftig kann ich euch dann auch mit Instagrambildern quälen, ob es euch gefällt oder nicht!

Bevor ich zum schönen Teil meines Berichtes komme, möchte ich euch von meinem ersten veganen Unfall berichten. Als wir am zweiten Tag unserer Reise abends in Galway ankamen, sind mein Freund und ich noch durch die Stadt gebummelt, waren am Strand und haben dann beschlossen, etwas essen zu gehen. Wir sind dann bei Fat Freddy gelandet (wer nennt sein Restaurant eigentlich so?!) und es gab außer Salat nicht wirklich etwas veganes auf der Karte. Dafür gab es eine vegetarische Pizza, bei der ganz genau aufgeführt war, mit welchen Gemüsesorten sie belegt und dass eben Schafskäse dabei ist. Also habe ich den Kellner gebeten, den Schafskäse wegzulassen. Naiv wie ich war, hatte ich nicht damit gerechnet, dass trotz allem eine dicke Schicht aus Mozarella auf der Pizza sein würde und ich war einigermaßen entgeistert, als ich meinen Teller gereicht bekam. Was nun?
Ich habe mich in dieser Siuation entschieden, die Pizza trotz Käse zu essen, da es 1. mein Fehler war, dass ich nicht genauer nachgefragt habe, ob noch anderer Käse auf der Pizza ist und 2. ich nicht wollte, dass meine ungewollte Pizza weggeschmiessen wird, wenn ich eine neue bestellt hätte.
Also habe ich mich durch die Pizza gekämpft. Ich hätte gedacht, dass ich wie ein Junkie über den Käse herfallen würde. Stattdessen habe ich festgestellt, dass mir die Pizza ohne Mozarella wesentlich besser geschmeckt hätte (und dass nicht nur, weil ich dann mit einem besseren Gewissen hätte essen können). Nach der Pizza war mir schlecht und ich habe mich körperlich unwohl gefühlt.
So sehr mich dieses Erlebnis beschämt, es war eine wichtige Lektion für mich. Drei Dinge habe ich gelernt:
1. Ich frage nun immer genau nach, welche Zutaten in einem Gericht sind, auch wenn es auf der Karte so scheint als wäre es vegan. Ich erkläre einem Kellner genau, welche Dinge ich nicht esse.
2. Wenn ich doch mal wieder etwas bekommen sollte, dass nicht vegan ist, werde ich es ablehnen.
3. Man kann sich wirklich von Käse entwöhnen. Nach drei Monaten wieder ein Milchprodukt zu essen, hat mir gezeigt, dass mein Körper Milchprodukte nicht verträgt oder braucht.
Schade, dass ich diesen Ausrutscher gebraucht habe, um das zu erkennen.

So, hier gibt’s die Gallerie mit meinen leckeren veganen Entdeckungen. Nochmals Entschuldigung, dass einige der Bilder so unscharf sind. Das bessert sich ab jetzt hoffentlich!

Bild Nr. 1: Nach einem mehr oder weniger ausgiebigen Frühstück im Hotel (das Buffet war eher spärlich, vor allem für Veganer) waren wir am ersten Sonntag direkt in der Stadt, da die Läden in Irland ja auch Sonntag geöffnet haben. Ziel war der Eason, eine Buchladenkette. Ich glaube, ich habe meinen Freund in so ziemlich jeden Buchladen geschleppt, an dem wir vorbeigekommen sind, weil ich unbedingt schauen wollte, was es so an englischen Kochbüchern gibt, vor allem natürlich an vegan-vegetarischen Kochbüchern. Die Antwort ist: Die Bücher in Irland sind teurer, vor allem verglichen mit Amazonpreisen und die Auswahl ist auch eher enttäuschend.
Auf dem Weg zum Eason sind wir an diesem wunderbaren Stand vorbeigekommen und ich war rundum glücklich und hab mich erstmal mit Flyern ausgestattet, alle möglichen Petitionen gegen Massentierhaltung unterschrieben und mich auf die Newsletterliste setzen lassen. Und es war so schön auf die Frage „Lebst Du vegetarisch?“ antworten zu können „Nein, ich lebe vegan.“ (trotz Ausrutscher am Vortag)! Noch am selben Abend habe ich eine persönliche Email von einem der Aktivisten erhalten, dass sie sich gefreut haben, mich kennen zu lernen und hoffen, dass ich die vegane Lebensweise weiter verbreite.

Bild Nr. 2-4: Wie in meinem Vegan in Galway-Post angekündigt, habe ich ein paar der Restaurants aufgesucht, die ich vorher im Internet ausfindig gemacht hatte. Das Food For Thought haben wir zufällig entdeckt, als ich das Amnesty-Café gesucht habe, in dem ich vor sechs Jahren mal war. Im Food For Thought haben wir gefrühstückt und waren beide begeistert. Über der Theke hängt eine große Tafel und bei jedem Gericht ist angegeben, ob es vegetarisch, vegan, glutenfrei oder eine der healthy options ist. Für mich gab es Porridge, der superlecker war – und leider auch so sättigend, dass ich die Portion nicht geschafft habe. Mein Freund hat sich etwas vegetarisches bestellt, das abgesehen von Buttertoast aber auch vegan war. Für Leute, die gerne mit Gemüse, Bohnen und Kartoffeln in den Tag starten, genau richtig (:
Wie in verschiedenen Foren schon erwähnt war, gab es kostenlose Kaffee-Refills. Für den Porridge plus Kaffee habe ich nur 4,70 Euro gezahlt. Das Personal war superfreundlich, ich wurde gefragt, ob die frische Beeren zu meinem Porridge haben möchte und eine Kellnerin kam zwischendurch zu uns an den Tisch, um nachzufragen, ob wir noch etwas brauchen oder soweit zufrieden sind. Free WiFi gabs natürlich auch.

Bild Nr. 5: Der gute alte Evergreen, eine Health-Store Ladenkette in Irland. Hier habe ich mich gleich mal mit veganen Snacks ausgerüstet, es gab sogar Mini Moos von Moo-free, die ich bisher sonst nirgends entdeckt habe. Mein Freund und ich haben uns auch Käse von Vegusto mitgenommen – mein bisher erster Versuch mit veganem Käse! – dazu gibt es aber irgendwann anders noch einen Post!

Bild Nr. 6-8: Vom La Salsa hatte ich ebenfalls schon vor der Reise gelesen. Es war auch eins der Restaurants, die wir eher zufällig entdeckt haben, denn es liegt etwas versteckt in einer Seitenstraße. Mein erster veganer Burrito war köstlich, aber die Portion war mal wieder viel zu groß für mich. Die Füllung hat mich ziemlich überrascht: Im Burrito waren Kidneybohnen, schwarze Bohnen und Kichererbsen, allesamt in einer würzigen Soße. Außerdem Tofustückchen, frischer Salat, Tomaten, Paprika, Zwiebeln, gebratene Pilze und Guacoamole sowie extra Avocadostückchen. Die bunte Mischung an verschiedenen Proteinquellen hat mich erst etwas verwirrt, war aber sehr sehr lecker!

Bild Nr. 9-11: An manchen Tagen hatten wir einfach keine Lust bei Regenschauer bis in die Innenstadt von Galway zu laufen und sind stattdessen zu Tesco oder Marks & Spencer gegangen und haben uns dort im Kühlregal bedient. In Irland haben sie eine größere Auswahl an Snacks, frischen Salaten, fertigem Sushi (es gibt auch rein vegetarisches, das sogar vegan ist) oder Sandwiches. Die Couscous-Salate mit mediterranem Gemüse haben mich besonders angelacht und waren auch richtig lecker. Schön ist auch, das bei allen abgepackten Lebensmitteln zumindest „geeignet für Vegetarier“ dabei steht und alle Inhaltsstoffe angegeben sind, so dass sich schnell herausfinden lässt, was davon auch vegan ist.

Bild Nr. 12: Das Paprikaherz habe ich in meinem gemischten Salat entdeckt (:

Bild Nr. 13 und 14: In unserem Hotel gab es zwei Restaurants, die Speisekarten lagen auch in unserem Zimmer aus. Eigentlich war ganz schön, dass die vegetarischen und veganen Gerichte gekennzeichnet waren, allerdings: Auf der Karte war auch ein Gericht mit einem besonderen Käse als vegan beschrieben. Die Käsesorte war mir unbekannt und Google verriet nichts darüber, also habe ich im Restaurant genauer nachgefragt. Die Kellnerin war so lieb und ist extra zum Koch gegangen, um nachzuhaken und kam mit der Antwort zurück, dass es sich mit 90%iger Sicherheit um veganen Käse handelt. Nach der Pizzaerfahrung habe ich mich dann für ein anderes Gericht entschieden. Am einen Abend gab es die gerösteten Pilze mit dreierlei Kruste, am anderen Abend ein Curry, bei dem leider etwas viel Korriander dran war, das ansonsten aber gut schmeckte!

Bild 15 und 16: Jetzt sind wir im kulinarischen Dublin angekommen. Zunächst gab es dort zwei Enttäuschungen: Ich wollte ja unbedingt die veganen Backkünste von Natasha ausprobieren – also sind mein Freund und ich Samstags etwas früher aufgestanden, um auf den Farmer’s Market zu gehen, aber: Kein Stand von Natasha weit und breit. Schade!
Außerdem hatte ich durch weitere Recherchen noch das Wilde Hibiscus in Dublin entdeckt. Laut den Angaben bei Facebook befindet sich dieses kleine Café in der Nähe des Guinness Stores… Wir sind die Straße mehrfach abgelaufen, haben es aber nicht gefunden.
Dafür waren wir dann aber gleich zweimal bei Cornucopia! Einmal hätte einfach nie gereicht (: Ich könnte dort täglich essen! Wie in so vielen Restaurants in Irland bekommt man sein Essen nicht an den Tisch gebracht, sondern stellt sich an der Theke an. An großen Tafeln sind die Tagesgerichte angeschrieben, das Prinzip ist ziemlich einfach, nur die Wahl des Essens fällt unheimlich schwer: Man wählt eins der Hauptgerichte (auch hier: an der Tafeln sind die veganen Gerichte gekennzeichnet, es gab an beiden Tagen mindestens drei verschiedene) und dazu wählt man zwei von zehn Salaten. Die Salate waren fast alle vegan und ich wäre am liebsten durch den Laden gehüpft, als ich das vegane Coleslaw entdeckt habe! Insgesamt zahlt man dann 12,50-13 Euro. Der Teller ist aber so vollgeladen, dass mein Freund und ich an beiden Tagen mit den Portionen gekämpft haben. Den veganen Kartoffelsalat mit Haselnüssen musste ich gleich zwei mal essen, weil er so lecker war!
Neben den normalen Hauptgerichten gibt es auch Suppen (täglich werden etwa sechs verschiedene Suppen angeboten, mindestens zwei davon sind raw), ein Kuchenbuffet mit veganen Kuchen, Scones und herzhaften Snacks und Sonntags gibt es Brunch.

Bild Nr. 17: Nach einer Shoppingtour durchs Dundrum Towncenter sind wir bei Wagamama gelandet, einem asiatischen Nudelrestaurant. Nicht ganz billig, aber sehr sehr lecker. Leider gab es nur dieses einzige vegane Gericht auf der sonst sehr umfangreichen Karte.

Bild Nr. 18: Bei Avoca war ich natürlich auch, schließlich ist das mein Ziel Nummer eins in Dublin! Die Salatbar sah wie immer köstlich aus – man kann entweder direkt dort essen oder sich etwas mitnehmen. Leider sind vegane Salate nicht extra gekennzeichnet (dafür ist das komplette Buffet vegetarisch).


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Meine Woche in Bildern

Bevor ich mich morgen in den Urlaub verabschiede, gibt es heute noch einen kleinen Wochenrückblick.


Gestern gab es bei mir Tagliatelle mit Champignonsoße, eines meiner neuen Lieblingsgerichte. Es ist einfach wunderbar schnell zuzubereiten und gelingt immer! Für die Soße reichen 500g Champignons, 200ml Soja Cuisine, Salz und Pfeffer! Noch leckerer schmeckt es mit frischer Petersilie dazu!


Ja, ich konnte nicht widerstehen. Mittlerweile besitze ich auch das zweite (oder vielmehr erste) Buch von Ruby Roth und es ist mindestens genauso wunderbar wie Vegan is Love.!


Frisches Obst – einfach immer lecker!


Diese Woche habe ich meine erste Bitebox erhalten. Linda hat hier einen wunderbaren Bericht darüber geschrieben. In meiner Bitebox befanden sich die Mischungen Dattelei, Vanilla Sky, Holzfäller und Körribär. Die letzten beiden Mischungen habe ich schon probiert. Körribär war erstmal ungewohnt, aber sehr lecker: Cashewkerne und Sultaninen mit Currypulver. Hat mir auf jeden Fall den nötigen Energieboost beim Lernen gegeben!


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Vegan in Dublin & Galway – Teil II

Hier Teil II meiner Irland-Urlaubsplanung.
Zunächst mal informiert mich Google und zahlreiche Foren darüber, dass es kein rein veganes oder vegetarisches Restaurant in Galway gibt. Wie bitte? Enttäuschend! Das wiederum macht es umso wichtiger, dass ich vorausplane, so dass ich zumindest einen Überblick habe, in welchen Restaurants es die Möglichkeit gibt, zumindest das ein oder andere vegane Gericht zu bestellen.
Hier also mein Überblick für Galway:

Food for Thought. Wenn man sich auf diese Seite hier verlassen kann, dann stehen auf dem Menü auch mehrere vegane Alternativen, wie zum Beispiel vegane Shepherds Pie (yeay!) oder auch Lasagne. Mein Freund findet auf der Karte sicherlich auch etwas leckeres zu essen und das Beste: Es gibt kostenlose refills, wenn man sich einen Kaffee bestellt.

Das Vina Maria ist kein veganes oder vegetarisches Restaurant, auf der Homepage steht jedoch: All available Vegan Friendly. Ask your Server for other Alternatives. Das klingt doch schon mal sehr gut! Außerdem sind auch einige mögliche vegane Gerichte aufgezählt, so zum Beispiel Spicey Bean and Vegetable Casserole oder Roast Baby Potato Rocket Salad – was auch immer sich dahinter verbirgt. Ein weiterer Pluspunkt: Es gibt Frozen Cocktails… der cool Mojito klingt einfach zu verführerisch!

La Salsa. Okay, ich gebe es zu: Ich habe noch nie in meinem Leben einen Burrito gegessen. Mit Burritos bin ich bisher auch einfach nicht in Kontakt gekommen, bis Lena von A Very Vegan Life ihren Burritocontest gemacht hat. Zu dem Zeitpunkt dachte ich dann, dass es Zeit wird, mal selbst Burritos zu machen. Der Plan wurde aber bisher nicht in die Tat umgesetzt und dann stieß ich vorhin beim Recherchieren in mehreren Foren auf das La Salsa, wo es angeblich den besten veganen Burrito überhaupt gibt. Klingt ziemlich gut. Muss ich unbedingt testen und wer weiß – vielleicht werden Burritos ja auch mein neues Lieblingsgericht…

Kai’s Café. Ich habe keine Ahnung, wo das Café von Kai ist, denn so gut kenne ich mich in Galway nicht aus. Was ich aber sicher weiß: Ich muss dort hin! Das kleine Restaurant sieht auf den Bildern supergemütlich aus und die Bilder von den verschiedenen Gerichten auf der Facebookseite haben mir das Wasser im Munde zusammenlaufen lassen. Und ganz ehrlich? Klingt Curley kale, fennel, leek + five mile town Quiche w/ tomate chutney, gardeners salad + Paolo’s brown bread oder Knocklara & summer truffle stuffed courgette flowers + puy lentil nicht einfach superlecker?

Außerdem finde ich das Vegan Galway-Logo ganz schön:


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Happy. Eine Liebeserklärung.

Kann man über die erste große Liebe hinweg kommen? Meine Antwort auf diese Frage lautet nein. Seit ziemlich genau drei Jahren habe ich Liebeskummer, weil mir die beste aller besten Freundinnen an meiner Seite fehlt.
Happy wurde Teil unserer kleinen Familie als ich zehn Jahre alt war. Wir haben sie aus „zweiter Hand“ bekommen auf eine Kleinanzeige hin. Unsere Ansprüche waren nicht sehr konkret: Kein Hund vom Züchter, am Besten ein Mischling (weil die angeblich seltener krank werden, haha), etwa kniehoch, am Liebsten ein Terrier.
Meine Mutter fuhr an einem Abend mit mir Richtung Stuttgart, um den kleinen Welpen kennen zu lernen. Mit elf Wochen war Happy an eine Familie weitervermittelt worden, die wiederum nach einer Woche angeblich festgestellt hatte, dass Hunde in ihrem Haus doch nicht erlaubt sind. Der Besitzer erschien uns gleich komisch (wegrasierte Augenbrauen!) und erzählte uns, dass seine Freundin nur schwarz-weiße Tiere mag. Der kleine Welpe hatte auch Anzeichen von weißem Fell mit schwarzen Flecken, im Großen und Ganzen war er aber vor allem rosa, weil das Haar noch nicht lang genug war und die weiße Haut durchschimmerte. Meine Mutter fand den Hund furchtbar häßlich, ich hingegen war hingerissen. Hals über Kopf hatte ich mich in diesen kleinen Tibet-Terrier-Mischling verliebt. Meine Mutter bat um Bedenkzeit mit dem Hintergedanken, mir diesen Hund wieder auszureden. Keine Chance! Zwei Tage später waren wir erneut in Stuttgart und holten das neue kleine Familienmitglied zu uns.
Die ersten Monate mit Happy waren eine mittlere Katastrophe. Ich war noch ein Kind, an meiner Mutter blieb alles hängen. Sie glaubte, Happy wäre der einzige Hund, der niemals stubenrein wird. Nach zweistündigen erfolglosen Spaziergängen kamen wir heim und Happy suchte sich den nächstbesten Teppich aus, um sich zu erleichtern. In der Hundeschule verstand sie sich nicht gut mit den anderen Hunden, also gaben wir auch das bald auf. Jahrelang war es uns peinlich, dass Happy nicht bei Fuß laufen konnte. Auch sonst war sie eigenwillig. Da hinter unserem Haus Wiesen lagen und ein größeres Waldstück, ließen wir sie meist freilaufen. Näherte sich ein anderer Spaziergänger, so dass wir nach Happy riefen, um sie an die Leine zu nehmen, hielt unser Frechdachs erstmal Ausschau, was wir wohl erblickt hatten, was sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht gesehen hatte, bevor sie zu uns kam.


Happy mit circa sechs Monaten, beim Graben (altes, unscharfes Bild).

Erst wesentlich später fiel mir auf, dass wir uns genau den Hund herangezogen hatten, der zu uns passte: Happy war intelligent, aber eigenwillig und oftmals sehr eifersüchtig (niemand sonst durfte mit mir Händchen/Pfötchenhalten – außer Happy höchstpersönlich und das taten wir manchmal stundenlang), manchmal launisch und störisch, meist regenscheu und zuweilen sehr lauffaul. Eins war sie aber sicher nicht: Langweilig. Und sie konnte lieben, verteilte ihre Liebe überschwänglich und zögerte nicht, ab und zu Anlauf zu nehmen, um an uns hochzuspringen, um uns dann mit ihrer feuchten Schnauze einen Kuss zu verpassen (es hat lange gedauert, bis wir ihr das Hochspringen abgewöhnt hatten). Im Gegensatz zu manch anderem Hund war sie nicht auf ein Frauchen fixiert, sondern liebte jeden aus der Familie in gleichem Maße und begrüßte jeden Heimkommenden mit einer Begeisterung und Freude als wäre man Jahre getrennt gewesen. Wenn sie vormittags alleine und manchmal einsam war, durchwühlte sie unsere Betten, um ein Nachthemd oder altes T-shirt unter dem Kopfkissen hervorzuziehen, das sie durch die Wohnung schleifen konnte und auf dem sie sich bettete, bis wir heimkamen.
Jeden Tag nach dem Mittagessen machten wir uns auf den Weg über die Wiesen. Ein paar Häuser weiter wohnte Sally, Happys allerbeste Freundin, die frei herumstromern durfte und die uns immer ein Stück begleitete. Und was gibt es Schöneres als zwei Hunden beim Herumtollen zuzusehen?
Jahrelang waren Happy und ich unzertrennlich. Als sich einige meiner Freunde in der elften Klasse entschieden, ein Auslandsjahr zu machen, verabschiedete ich mich nach kurzer Überlegzeit wieder von dem Gedanken, da es mir unerträglich erschien, so lange von Happy getrennt zu sein. Zu verliebt war ich in diesen kleinen Sturkopf, zu süchtig war ich nach unseren täglichen Kuscheleinheiten und zu groß war unsere gegenseitige Freude, wenn Happy mich morgens mit Küssen weckte.
Sie war das kleine Geschöpf, das mich zum Lachen brachte, leistete mir Gesellschaft, wenn ich nachmittags alleine zuhause war und begleitete mich auf langen Erkundungsausflügen durch den Wald, wenn ich Zeit zum Nachdenken brauchte.

Als ich mit 18 Jahren von Zuhause ausgezogen bin, blieb Happy bei meiner Mutter, weil diese finanziell und zeitlich besser für sie sorgen konnte. Happy war von da an der Scheidungshund. Wie glücklich ich war, wenn ich sie ab und zu zuhause besucht habe! Unsere Freundschaft blieb trotz der räumlichen Trennung erhalten. Wenn es mir schlecht ging, tigerte Happy unruhig durch die Wohnung und alarmierte dadurch meine Mutter, die sich daraufhin bei mir meldete.
Mein Traum, Happy zu mir zu holen, wurde letztendlich wahr: Ihre letzten Monate verbrachte Happy bei mir. Im Frühjahr 2009 wurde bei Happy ein Tumor im Bauchbereich festgestellt und musste operativ entfernt werden. Als ich zwei Wochen später mit ihr beim Tierarzt zum Fädenziehen war, hatten sich bereits erneute Tumorzellen gebildet. Der Tierarzt war besorgt und riet uns, die komplette Mamaleiste zu entfernen. Er würde es bei seinem Hund machen lassen. Nach wenigen Gesprächen mit happyvernarrten Familienmitgliedern war aber klar, dass wir ihr keine weitere OP antun wollten. So schwer es ist – manchmal muss man einsehen, dass die Zeit gekommen ist, Abschied zu nehmen. Mit Schmerzmitteln hätte Happy noch ein gutes Jahr durchhalten sollen, letztendlich haben wir sie knapp drei Monate nach dem Gespräch mit dem Tierarzt einschläfern lassen, um ihr und uns den langen Krankheitsweg zu ersparen.
Meine Liebste hatte sich den günstigsten Zeitpunkt für ihren Abschied ausgesucht: Ich hatte gerade mein Abitur geschafft und freie Monate lagen vor mir. Die Tage verbrachte ich mit Happy kuschelnd auf dem Sofa, wir besuchten ihre innig geliebten Oma für einige Tage, erkundeten die Wohngebiete um unser Haus herum und fuhren jeden Tag in den Wald, um dort lange Spaziergänge zu machen. Körperlich war sie fit genug, um zweistündige Wanderungen durchzuhalten, sie hatte Spaß daran, mit meinem Exfreund und mir querfeldein durch Wälder und Weinberge zu streifen, im kühlen Nass von Bächen zu tollen und das ein oder andere Tier zu jagen. Überallhin begleitete uns die gute alte Canon, mit der wir jeden tollen Augenblick zumindest optisch festhalten konnten. Obwohl Happy absolutes Bettverbot hatte, erblickte ich jeden Morgen die auf meinem Kopfkissen schlummernde Happy neben mir.
Im September 2009 hatte ich eine Reise nach Irland geplant. Drei Tage vorher fuhr ich mit Happy zu meiner (unserer) Mutter und wir gingen unsere letzten gemeinsamen Wege. Happy war mittlerweile körperlich geschwächt, zog sich öfters zurück und wirkte nachdenklicher als sonst. Wir überschütteten sie mit all unserer Liebe und versuchten, ihr einen würdevollen Abschied zu ermöglichen. Am Tag meiner Abreise nach Irland verabschiedete ich mich nur kurz von Happy, so als würde ich nach wenigen Stunden wiederkehren. Meine geheimste Hoffnung war, dass ich sie nach meinem Urlaub lebend und gesund wieder antreffen würde, zugleich wußte ich, dass dies ein Abschied für immer sein würde.
Meine Mutter rief mich nicht in Irland an, als sie Happy zwei Tage später einschläfern lies. Erst zwei Wochen später traute ich mich, am Telefon zu fragen, wie es Happy geht und war voller Verzweiflung, als ich die Tatsache nicht mehr leugnen konnte, dass ich meine Liebste nie wiedersehen würde. In dieser Situation war es gut, dass ich mich in einem anderen Land aufhielt und den ersten Schmerz alleine bewältigen konnte. Bei langen Spaziergängen durch den Park um Rathfarnham Castle (Dublin) nahm ich im Stillen Abschied von meiner Freundin.

Und zum Schluss :: Zwei Lieder, die mich immer an Happy erinnern: 1 und 2.

Manchmal werde ich gefragt, was das tätowierte H auf meinem linken Handgelenk bedeutet. Ich brauche keine schriftliche Erinnerung an Happy. Jeden Tag denke ich an sie. Aber es ist Ausdruck meiner endlosen Liebe für dieses wunderbare Geschöpf, das mir jahrelang eine treue Freundin war.