Leider nicht so geil – Der Hedonismus unserer Zeit

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Ich winke dem Veganer,
mit dem Mund voller Hackfleisch… mmh!
leider geil.

Oben eine Katze,
sie ist leider tot,
aber drei Tage feiern war
leider geil.

Hör‘ auf zu denken,
schalt‘ dein Gehirn aus,
follow your instincts
leider geil.

Kleine Kinderhände,
nähen schöne Schuhe,
meine neuen Sneakers sind
leider geil.

(Deichkind – Leider geil)

Ich sehe mich als Hedonistin. Ich kann zu Kuchen und Schokolade nicht nein sagen, ich trinke zu viel Kaffee, obwohl ich weiß, dass es meinem Körper nicht gut tut, ich rauche gerne, obwohl ich mir der gesundheitlichen Schäden bewusst bin, genieße Sommercocktails oder mal ein Bier im Pub, ich überziehe auch mal mein Konto, weil ich mir fast jedes neue Buch über Veganismus auf Amazon bestellen muss. Manchmal schlafe ich zu wenig und manchmal viel zu lange. An manchen Tagen gehe ich lieber mit Freunden in den Park als zur Uni. Manchmal beschleicht mich das Gefühl, dass ich mehr lernen und arbeiten sollte anstatt im Internet zu surfen und den 100. Facebookbeitrag zu lesen. Ich bin gerne mal impulsiv und unvernünftig und lebendig.
Der Unterschied zu Deichkind? Mein Hedonismus ist nicht auf dem Leid anderer begründet (oder so wenig wie mir möglich). Im Großen und Ganzen schade ich mir mit manchen Verhaltensweisen nur selbst. Diesen Konsequenzen bin ich mir bewusst und übernehme dafür die Verantwortung. Bei allem anderen schalte ich nicht mein Gehirn aus, sondern stelle die Bedürfnisse anderer – und bei Produkten tierischen Ursprungs oder unfairen Produktionsbedingungen geht es oftmals um den Wunsch, würdevoll leben zu dürfen – über mein Bedürfnis nach Lust und Genuss.
Wann haben wir aufgehört, uns über die Lyrics eines Songs Gedanken zu machen? Vermutlich zum selben Zeitpunkt als es uns egal wurde, dass Monsanto genmanipuliertes Soja auf den Markt gebracht hat, als wir aufgehört haben, uns zu fragen, aus was die Erdbeerstückchen in unserem Joghurt gemacht sind und den Gedanken daran verbannt haben, dass Kinder in Indonesion unsere Nikes herstellen, damit wir im Westen cool sein können. Wann hat sich die Kunst des Genießens zu gedankenlosem Konsumieren gewandelt?

Vergiss Deichkind // Fang an zu denken // Schalt dein Gehirn ein // Finde deine Instinkte wieder

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Autor: annagoesvegan

Anna. 23 Jahre. Psychologiestudentin. Seit acht Jahren Vegetarierin. Seit Juli 2012 vegan.

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